Fußball
Abstieg trotz Moral – Havelse findet erst zu spät in die Saison
Der TSV Havelse wird die dritte Liga nach nur einer Saison wieder verlassen müssen. Zwar zeigte die Mannschaft in den vergangenen Wochen noch einmal Moral und kämpfte sich mehrfach eindrucksvoll zurück, doch der späte Aufschwung kam letztlich zu spät. Vor allem die schwache erste Saisonhälfte machte den Niedersachsen im Abstiegskampf dauerhaft zu schaffen.
(Hannover.) Seit dem 02.05.2026 steht der Wiederabstieg des TSV Havelse fest. Besiegelt wurde dieser zwei Spieltage vor Saisonende durch die deutliche 0:4-Niederlage gegen den SC Verl. Auch der spätere 3:2-Erfolg gegen Schlusslicht Schweinfurt am zehnten Mai änderte daran nichts mehr. Damit gehört Havelse erneut zu den Nordclubs, die nach nur einem Jahr wieder aus der dritten Liga absteigen müssen – darunter zuletzt auch Hannover 96 II, der VfB Lübeck oder der VfB Oldenburg. Neben Havelse steht auch Erzgebirge Aue seit dem 35. Spieltag als Absteiger in die Regionalliga Nordost fest.
Schwacher Saisonstart als Hauptproblem
Der erste Saisonsieg gelang dem TSV erst am 15. Spieltag beim 2:1 gegen Ulm am 22. November 2025. Die verlorenen Punkte aus der Hinrunde erwiesen sich am Ende als Ursache für den Abstiegskampf. Über weite Strecken fehlte der Mannschaft offensiv ein klarer Plan, stattdessen ruhte die Hoffnung häufig auf Einzelaktionen. Besonders die Mittelfeldspieler Julius Dücker und Nassim Boujellab übernahmen dabei Verantwortung. Defensiv zeigte sich Havelse allerdings zu anfällig: Mit 83 Gegentoren stellte der TSV gemeinsam mit Schweinfurt die schwächste Abwehr der Liga. Gleichzeitig erzielte Havelse mit 56 Treffern die meisten Tore aller Mannschaften unter dem Strich.
Havelse macht Trotzdem Hoffnung
Nach der Winterpause präsentierte sich Havelse deutlich stabiler. Die Mannschaft trat offensiver, konzentrierter und insgesamt geschlossener auf. In der Rückrundentabelle liegt der TSV knapp über dem Strich. Betrachtet man ausschließlich die Spiele ab dem 15. Spieltag, wäre Havelse mit 27 Punkten Tabellenzwölfter. Zudem holte die Mannschaft 16 Punkte nach Rückständen. Beispiele für den späten Aufschwung waren unter anderem der Last-Minute-Sieg gegen den VfB Stuttgart II sowie das Comeback gegen Schweinfurt.
Trainer Samir Ferchichi lobte mehrfach die Mentalität seines Teams. „Wir geben nie auf … Das wird sich auch bis zum Saisonende nicht ändern“, erklärte er nach dem Sieg gegen Ulm im Interview mit dem Kicker. Zudem sei er „brutal stolz“ auf seine Mannschaft.
Letztes Heimspiel gegen Schweinfurt
Am zehnten Mai absolvierte Havelse vor 878 Zuschauern das letzte Heimspiel der Saison gegen den bereits abgestiegenen 1. FC Schweinfurt 05. Die Gäste gingen in der 28. Minute durch Geis per Elfmeter in Führung. Zuvor hatte Plume einen Gegenspieler im Strafraum gefoult und dafür Gelb-Rot gesehen. Trotz früher Unterzahl kämpfte sich Havelse zurück ins Spiel. Nur zwei Minuten später erzielte Nassim Boujellab den Ausgleich zum 1:1. Noch vor der Pause brachte Böhnlein Schweinfurt jedoch erneut in Führung, sodass die Gäste mit einem 2:1-Vorsprung in die Halbzeit gingen.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Havelse erneut Moral. Boujellab traf in der 54. Minute zum 2:2-Ausgleich. Schweinfurt vergab in der Folge mehrere Chancen, während Ilic mit einem Pfostenschuss die Schlussphase der Gastgeber einleitete. Schließlich setzte sich Boujellab stark durch und bereitete den Siegtreffer vor, den Paldino in der 81. Minute zum 3:2 verwandelte. Trotz Unterzahl drehte Havelse damit die Partie und verabschiedete sich mit einem Heimsieg von den eigenen Fans.
Blick in die Zukunft
Ein direkter Wiederaufstieg erscheint derzeit schwierig, da der Meister der Regionalliga Nord in der kommenden Saison nicht direkt aufsteigt. Dennoch verfolgt der TSV Havelse weiterhin ambitionierte Ziele. Mittelfristig möchte der Verein in den Profifußball zurückkehren. Bis 2030 soll sogar die Rückkehr in die zweite Bundesliga gelingen – genau 40 Jahre nach der bislang letzten Zweitliga-Saison des Vereins. Gleichzeitig soll das heimische Wilhelm-Langrehr-Stadion ausgebaut werden, damit Havelse künftig nicht erneut nach Hannover ausweichen muss.
Ein letzter Tanz
Am 16.05.2026 bestreitet der TSV Havelse sein vorerst letztes Spiel in der dritten Liga. Anpfiff der Partie gegen Alemannia Aachen ist um 13:30 Uhr am Aachener Tivoli. Verfolgt werden kann das Spiel live im Stadion oder bei MagentaSport.
Ein Bericht von Enya Sauer im Modul „Journalistische Darstellungsformen“ im Studium BA-SJ-32-H-VZ-KS
Quellen:
https://www.ndr.de/sport/fussball/tsv-havelse-steigt-in-die-regionalliga-nord-ab,havelse-176.html
https://www.kicker.de/nach-nur-einem-jahr-oben-der-tsv-havelse-steigt-wieder-ab-1212257/artikel
https://www.kicker.de/havelse-gegen-schweinfurt-2026-liga-5057696/analyse
https://www.liga3-online.de/erneut-nach-nur-einem-jahr-havelse-steigt-in-die-regionalliga-ab/
Schlagworte: 1. FC Schweinfurt 05, 3. Liga, Abstieg, Alemannia Aachen, Fußball, Hannover, Julius Dücker, Nassim Boujellab, Regionalliga Nord, Regionalliga Nordost, TSV Havelse, VfB Stuttgart II





