Handball
Zwischen Handballkrimi und LED-Spektakel
Auch dieses Jahr wurde in der Lanxess Arena am Samstag der Halbfinaltag vom Lidl Final4 des deutschen Handball-Pokals angepfiffen. Die vier qualifizierten Mannschaften kämpften in einer ausverkauften Halle vor knapp zwanzigtausend Zuschauern um den Einzug in das Finale und den Pokal. Und in diesem Jahr hatte das Wochenende einige Neuheiten und Überraschungen für alle Beteiligten zu bieten.
(Köln.) Die Endphase des Turniers streckte sich über zwei Tage. Samstag, den 18. April, fanden die Halbfinalspiele statt und der Sonntag begann mit dem Spiel um Platz drei, auf welches nachmittags das Finalspiel mit anschließender Siegerehrung folgte. Dieses Jahr hatten sich vier Teams aus der ersten Bundesliga für das Final4 qualifiziert: der SC Magdeburg, die Füchse Berlin, der TBV Lemgo Lippe und der Bergische HC.
Die Fans der vier Mannschaften hatten sich ab Samstagvormittag auf dem Platz vor dem Kölner Dom versammelt und sind jeweils mit Fahnen und Gesängen von dort aus bis zur Lanxess Arena gelaufen, um sich anschließend in ihren Fanblock zu begeben und ihr Team zu unterstützen.
Was ist mit dem Boden los?
Es ist das Erste, was sowohl den Teams als auch den Zuschauern beim Betreten der Lanxess Arena auffiel: der Hallenboden. Bei diesem handelte es sich nämlich nicht wie sonst um sogenannten „Sportboden“, der für den Handball üblich ist, sondern erstmals um einen interaktiven LED-Glasboden. Er ist „im Prinzip ein großer LED-Fernseher mit 3D- Fähigkeiten“ erklärte der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga, Frank Bohmann, bei einer Veranstaltung der Sport-Informationsdienstes. Des weiteren äußerte er, dass der Glasboden zur interaktiven Kommunikation und zur Inszenierung genutzt werden würde.
Der Boden ist in der Sportwelt jedoch keine vollkommene Neuheit. Er wird bereits in München bei den Spielen der FC Bayern Basketballer genutzt und ist besonders in den USA in vielen Hallen verbaut, jedoch noch nicht im deutschen Handball verbreitet. Die Spieler selbst schilderten ihre Eindrücke gegenüber Journalisten und nannten Wahrnehmungen wie „ungewohnt“, „ein bisschen komisch“ und „härter als normal“. Aber auch einige positive Worte vielen über den neuen Untergrund. Mathias Gidsel von den Füchsen Berlin empfand es als ein „schönes Erlebnis“ und Fynn Hangstein, welcher für den Bergischen HC spielt, sagte, dass es „auch für die Zuschauer wahnsinnig geil“ gewesen sein muss, da der Glasboden für ein „Spektakel“ gesorgt habe.
Die LED-Funktion des Bodens ermöglichte unter anderem auch eindrucksvolle Shows vor den Spielen, da er passend zur Choreografie der Musikgruppe „Sinfonia“ und zu Tanz- und Akrobatikeinlagen von regionalen Tanzgruppen leuchtete.
Während der Spiele verhielt sich der Boden unauffällig. Er bildete das gewohnte Spielfeld ab, hatte jedoch ein paar Extrafunktionen. So leuchtete der Torraum beispielsweise kurz auf, wenn die Mannschaft den Torwart aus dem Spiel genommen hatte.
Überraschung Bergischer HC
Wider den Erwartungen setzte sich der Bergische HC am Samstagabend in seiner Halbfinal Partie gegen den SC Magdeburg durch und qualifizierte sich für das Finale gegen die Mannschaft aus Berlin, welche zuvor mit 39:36 gegen den TBV Lemgo gewonnen hatte. Das Spiel war sehr ausgeglichen, die Teams waren durchgängig auf Augenhöhe. So stand es zum Ende der ersten Halbzeit 11:11 und nach Ablauf der regulären Spielzeit 22:22. Um den Finalisten für den folgenden Tag zu ermitteln, ging das Spiel in die zwei Mal fünf Minuten Verlängerung. Am Ende der Verlängerung stand es 27:27, wodurch das Spiel zum Siebenmeter werfen kam, welches der Bergische HC erst mit dem letzten Wurf für sich entscheiden konnte. Somit standen die zwei Finalisten und die Teilnehmer der Partie um Platz drei für den folgenden Tag fest.
Sonntag = Finaltag
Das späte Ende des Spiels am Vortag tat der Stimmung keinen Abbruch. Um 12:45 Uhr begann die Partie zwischen Lemgo und Magdeburg um den dritten Platz. Der SC Magdeburg, welcher als Favorit in die Endspiele gegangen war, machte es der Mannschaft aus Lemgo nicht leicht, doch es reichte nicht für einen Sieg auf der Seite der Magdeburger und der TBV gewann das Spiel mit 35:31. Nach einer kurzen Pause wurde in der Halle die deutsche Nationalhymne angestimmt und im Anschluss begann das Finale: die Füchse Berlin gegen den Bergischen HC. Nach dem Handballkrimi vom Vortag aus Sicht der Bergischen, lief es in der Partie gegen Berlin nicht mehr so gut. Nach der ersten Halbzeit führten die Füchse bereits mit fünf Toren (22:17) und bauten ihren Vorsprung in der zweiten Hälfte noch weiter aus. Das Spiel endete schließlich mit einem 42:33 für das Team aus Berlin.
Es war das 51. Mal, dass der DHB-Pokal seit 1975 übergeben wurde. Dieses Jahr wurde er Max Darj überreicht, dem Kapitän von den Füchsen Berlin, welche somit zum zweiten Mal in ihrer Geschichte, nach 2014, den Wettbewerb gewonnen haben.
Und damit ging ein handballreiches Wochenende zu Ende. Neben spannenden Spielen und überraschenden Ereignissen bleibt besonders der neue LED-Glasboden vielen Fans und Spielern in Erinnerung. Somit bot das Lidl Final4 nicht nur auf sportlicher Ebene, sondern auch atmosphärisch ein echtes Spektakel.
Ein Bericht von Finja Sophie Don im Modul „Journalistische Darstellungsformen“ im Studium BA-SJ-32-H-VZ-KS
Quellen:
https://www.handball-world.news/artikel/handball-historie-sieger-und-endspiele-des-dhb-pokals-984549
https://www.sportschau.de/handball/dhbpokal/led-boden-beim-final-four-grosser-aufwand,final-four-128.html
https://www.sport1.de/news/handball/dhb-pokal/2026/04/ungewohnt-glasboden-sorgt-fuer-gespraechsstoff
https://www.daikin-hbl.de/de/lidlfinal4/spielplan
https://www.handball.net/news/lidl-final-four-dhb-traumfinale-beim-pokal-showdown-magdeburg-und-berlin-sind-gewarnt
Schlagworte: Bergischer HC, Daikin Handball Bundesliga, DHB Pokal, Final4, Finale, Füchse Berlin, Halbfinale, Handball, Köln, Lild Final4, SC Magdeburg, TBV Lemgo





