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Fußball

0:2 gegen Bayer 04- Wolfsburg stürzt in sportliche „Krise“

Es läuft nicht rund beim VFL Wolfsburg. Auch in der Bundesliga Partie gegen Bayer 04 Leverkusen setzte es eine verdiente 0:2 (0:1) Niederlage. Somit baut der VFL nach seiner „Superserie“ eine echte Negativserie auf sieben sieglosen Partien in Folge weiter aus. Das Team von Oliver Glasner steckt tief in der Krise. Und das, obwohl Leverkusen bis in die Schlussminuten um seinen Sieg zittern musste.

Veröffentlicht am 10. November 2019 von

(Wolfsburg.) In der Volkswagenarena trafen mit dem VFL Wolfsburg und Bayer 04 Leverkusen am Sonntag Nachmittag zwei Europapokalteilnehmer aufeinander. Doch bei beiden Teams lief es zuletzt in der Liga eher mäßig. Deshalb brauchten beide Teams dringend einen Sieg, um im Kampf um die Startplätze in Europa aus der Bundesliga weiter mithalten zu können. Beim VFL Wolfsburg rückten Jerome Roussillon und Felix Klaus für Renato Steffen und Josip Brekalo in die Startelf. Leverkusens Trainer Peter Bosz hingegen nahm im Vergleich zum Champions League Spiel gegen Atletico Madrid keine Änderung am Personal vor.

Unkreative Offensiven, disziplinierte Verteidigungsreihen

Von Beginn an versuchten beide Teams bei Ballbesitz schnell nach vorne zu agieren. Gleich in der sechsten Spielminute tauchte Leverkusens Außenstürmer Karim Bellarabi frei vor dem Tor der „Wölfe“ auf. Doch sein Schuss aufs lange Eck verfehlte das Tor knapp. Sonst gelang beiden Teams offensiv allerdings nicht viel in der Anfangsphase. Es fehlte beiden Teams an offensiven Ideen, die beiden Verteidigungsreihen zeigten eine sehr disziplinierte Haltung und ließen nichts zu. Aus diesem Grund spielte sich das Spiel vor allem im Mittelfeld ab, wo sie die beiden Teams nahezu neutralisierten. Mehr Spielanteile hatte zu diesem Zeitpunkt dennoch Bayer 04 Leverkusen mit 67 % Ballbesitz und 57 % gewonnen Zweikämpfen.  Zählbares sprang jedoch zunächst für beides Teams nicht heraus.

Bellarabi stolpert sich zur Führung

In der 25. Minute sollte sich dies allerdings ändern. Karim Bellarabi begann von rechtsaußen ein Dribbling in den Strafraum des VFL. Dort stolperte er sich im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Ball durch die viel zu passive Innenverteidigung Wolfsburgs und schob den Ball an Torwart Pavao Pervan zum 0:1 ein. Auf Grund der höheren Spielanteile ging die Führung für Leverkusen durchaus in Ordnung. Strittig war Bellarabis Tor dennoch. In der Entstehung hatte der Außenstürmer Wolfsburgs Innenverteidiger Tisserand im Kopfballduell einen „Schubser“ verpasst, Videoschiedsrichter Guido Winkmann und Schiedsrichter Manuel Gräfe entschieden jedoch auf Tor für Leverkusen.

Ausgleichender Gerechtigkeit aus Sicht der „Wölfe“- Fans gab es dann in der 32. Minute, als Kai Havertz nach einer Grätsche Wolfsburgs Robin Knoche zu Fall kam. Gräfe entschied nicht auf Strafstoß für Bayer 04. Eine vertretbare Entscheidung da Knoche in erster Linie zum Ball ging. Doch auch eine Entscheidung zu Gunsten von Havertz wäre möglich gewesen, da der Wolfsburger nur ihn und nicht den Ball traf. Die Pfeife von Gräfe blieb jedoch stumm.

Wolfsburg offensiv zu hektisch

Der VFL Wolfsburg erhöhte vor der Pause noch einmal den Druck, doch es fehlten die klaren Torchancen. Oftmals wirkten die Niedersachsen in ihren offensiven Aktionen zu hektisch. Es fehlte eindeutig die Ruhe am Ball. Somit ging es mit einer insgesamt verdienten 0:1 Führung für die Gäste aus Leverkusen in die Pause.

Kurzer Ansturm der „Wölfe“

Nach der Pause kam der VFL besser in die Partie und erspielte sich durch einen Distanzschüsse von Maximilian Arnold und Felix Klaus einige gute Torchancen, die allerdings nicht zum Ausgleich führten.  Doch nach bereits fünf Minuten in der zweiten Halbzeit flachte das Tempo bei den Wolfsburgern offensiv wieder ab. Der Wille war da bei den Niedersachsen, mehr aber auch nicht. Gerade im Passspiel machte das Team aus der Autostadt zu viele Fehler. Aber auch Bayer 04 beschränkte sich aufs Verwalten der Führung. Lediglich durch den eingewechselten Außenstürmer Moussa Diaby und seine Schnelligkeit kam bei Kontern von den Gästen so etwas wie Torgefahr auf. In der 79. Minute landete ein Schuss von jenem Diaby nach einem Konter knapp über dem Wolfsburger Tor. Es war- abgesehen von der fünf Minuten Offenive des VFL- die bis dahin beste Torchance in einem spielerisch eher schwachen Bundesliga Spiel. Beiden Teams merkte man die Belastung von drei „Englischen Wochen“ in Folge doch deutlich an.

Bender rettet Bayer

Es kam die 81. Minute. Brekalo, der zuvor eingewechselt wurden war, fand mit einem schönen Pass in die Tiefe Mittelfeld Routine Josuha Guilavogui. Der Franzose legte den Ball quer auf den heran stürmenden Mittelstürmer Wout Weghorst. Doch Leverkusens Innenverteidiger Sven Bender konnte den Schuss des Niederländers am Tor vorbeilenken und rettete Leverkusen somit die 0:1 Führung. Es war die bis zu diesem Zeitpunkt beste Chance für Wolfsburg auf den Ausgleich, doch sie blieb ungenutzt.

Der Moment der Entscheidung durch Leverkusens Paulinho (#7). (Foto via gettyimages)

Paulinho entscheidet das Spiel

Aber Wolfsburg hatte neuen Mut gefasst und warf alle Kräfte in die Offensive .Wolfsburg Trainer Oliver Glasner brachte deshalb in der 83. Minute mit Lukas Nmecha einen Offensivspieler für Innenverteidiger Knoche. In der 89. Minute brachte Leverkusens Trainer Bosz dann den Brasilianer Paulinho. Die richtige Entscheidung wie sich kurz darauf herausstellen sollte. Noch war die Partie definitiv nicht entschieden, es gab fünf Minuten Nachspielzeit. Der VFL Wolfsburg spielte nun sehr offensiv, allerdings ohne sich etwas Zählbares heraus zu spielen. Die Lücken in der Verteidigung der Niedersachsen waren somit riesig und das nutzte Leverkusen eiskalt: Nach einem Freistoß der „Wölfe“ tauchte in der letzten Minute der Nachspielzeit plötzlich der eingewechselte Paulinho vor dem Tor des VFL vollkommen alleine auf. Der Nachwuchsstürmer ließ sich diese Großchance nicht entgehen und verwandelte souverän per Flachschuss ins untere linke Eck zum 0:2. Die Partie war entschieden.  Es blieb beim verdienten 0:2 Sieg für Leverkusen.

Wolfsburg in der Krise

Zum siebten Mal in Folge gewinnt der VFL Wolfsburg ein Spiel nicht und baut somit nach dem guten Saisonstart eine neue Negativserie auf. Zu ideenlos wirkte man in der Offensive, die wenigen Torchancen wurden leichtfertig vergeben. Defensiv hingegen ließ man Bayer 04  zu viele Freiräume, die die Leverkusener zu nutzen wussten.  Mit nun gerade einmal einem Punkt aus den letzten vier Spielen rutscht der VFL Wolfsburg somit auf den zehnten Tabellenplatz ab.  Das Team von Oliver Glasner steckt in einer sportlichen Krise. Nun müssen der Cheftrainer und sein Trainerstab schnell Lösungen finden, um dem Abwärtstrend der letzten Wochen entgegen zu wirken, sodass die Mannschaft am besten schon nach der Länderspielpause wieder einen Sieg einfährt. Der Gegner heißt dann Eintracht Frankfurt.

Bayer bangt um Havertz

Für die Gäste aus Leverkusen scheint der Abwärtstrend aufgehalten. Das Team um Trainer Bosz klettert mit dem Sieg auf den neunten Tabellenplatz, einen Punkt vor Wolfsburg.  Jetzt geht es für die „Werkself“ darum, durch Siege weiter in der Tabelle zu klettern. Einfacher werden die Aufgaben allerdings nicht. Die nächsten beiden Gegner heißen SC Freiburg und FC Bayern München. Bangen tut Bayer 04 außerdem um Kai Havertz. Der Mittelfeldspieler verließ mit einer Verletzung die Partie bereits in der 42. Minute.

Auch ohne Havertz hat sich Bayer 04 allerdings den Sieg gegen zu unkreative Wolfsburger an diesem Tag verdient und geht mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause.

Timm Ottenberg, Sportjournalismus & Sportmarketing (BA-SJ-14-H-VZ, Sportlehrredaktion)

 


Schlagworte: Bayer 04 Leverkusen, Bundeliga, Bundesliga 11. Spieltag, Kai Havertz, Karim Bellarabi, Leverkusen, Oliver Glasner, Peter Bosz, VfL Wolfsburg, Wolfsburg, Wout Weghorst

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Datum: 10. November 2019
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