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90.+4: Kinsombi köpft den HSV zurück an die Spitze!

Der Hamburger SV konnte mit einem 2:1-Erfolg gegen Dynamo Dresden den sechsten Heimsieg der Saison einfahren. In der vierten Minute der Nachspielzeit erlöste David Kinsombi die Hanseaten nach zwischenzeitigem Rückstand. Der HSV springt somit, vorbei an Arminia Bielefeld, zurück an die Tabellenspitze.

Veröffentlicht am 25. November 2019 von

(Hamburg.) Im beinah ausverkauften Volksparkstadion empfing der Hamburger Sport-Verein am 14. Spieltag die SG Dynamo Dresden.

Auf heimischem Rasen ist der Gastgeber noch ungeschlagen, mit 16 Punkten aus sechs Spielen und einer Tordifferenz von 17:3 ist der HSV die beste Heimmannschaft der laufenden Zweitliga-Saison. Die Probleme der Hecking-Elf liegen in den Leistungen in der Fremde, am letzten Spieltag verlor der HSV durch ein 1:1 in Kiel seine Tabellenführung an Arminia Bielefeld.

Gast in Hamburg ist mit Dynamo Dresden nun die auswärtsschwächste Mannschaft dieser Spielzeit, nur zwei von 18 möglichen Punkten holte die Elf von Trainer Cristian Fiel in gegnerischen Stadien. Aktuell steht Dresden auf Platz 17. Nach vier Niederlagen in Folge besiegte die SGD Tabellen-Schlusslicht Wehen Wiesbaden am vergangenen Spieltag mit 1:0.

Hundertprozentige in der 1. Minute – Die Anfangsphase

Der HSV wird seiner Favoritenrolle zu Beginn der Partie gerecht, es dauert nur 30 Sekunden bis zur ersten Großchance für die Gastgeber. Nach einem langen Ball von Tim Leibold bedient Startelf-Debütant Bobby Wood Christoph Moritz, der den Ball aus sechs Metern rechts am Tor vorbeischiebt.

Nur drei Minuten später kommt Martin Harnik zum Abschluss, kann den Ball aber nicht gefährlich auf den Dresdner Kasten bringen.

Kein einseitiges Spiel – Dresden gefährlich

Nach überstandenem ersten HSV-Ansturm kommt Max Kulke in Minute 11 zum ersten nennenswerten Schuss der Gäste. Ein verkorkster Klärungsversuch von Wood fällt dem Rechtsverteidiger vor die Füße. Aus 17 Metern nimmt er den Ball direkt, Hamburgs Torwart Heuer Fernandes kann das Geschoss auf die kurze Ecke entschärfen.

Nach 17 Minuten kommt erneut der HSV zu einer guten Gelegenheit. Nach einem traumhaften Pass von Hamburgs Fein steht Harnik frei vor Dresdens Keeper Broll. Der Österreicher kommt allerdings nicht zum Abschluss, da Hamalainen ihn mit einem Tackling von hinten hart, aber fair, davon abhält.

Kollision im Hamburger Strafraum

Daraufhin schlummert die Partie ein wenig, doch als sie nach gut 30 gespielten Minuten einzuschlafen droht, ist Baris Atik für die Zuschauer als Aufwecker zur Stelle. Der Deutsch-Türke rutscht einem zu steil gespielten Pass von Nikolaou hinterher und in Heuer Fernandes, der den Ball abfing, hinein. Beide Spieler müssen daraufhin behandelt werden, mit dem besseren Ende für den HSV-Keeper, der weiterspielen kann. Atik wird angeschlagen ausgewechselt.

Der HSV macht Druck – Die Schlussphase der Ersten Hälfte

Die Gastgeber ergreifen in den letzten Minuten vor der Halbzeitpause noch einmal die Initiative und kommen mehrfach gefährlich in Dynamos Sechzehner.

Erst fehlen Martin Harnik in der 38. Spielminute wenige Zentimeter Körpergröße, um eine Freistoßflanke von Leibold verwerten zu können. Als er zwei Minuten später aus sieben Metern zum Kopfball kommt, fehlt dem Österreicher dann die nötige Präzision, den Ball im Tor unterzubringen. Harnik köpft zu zentral, sodass Keeper Kevin Broll den Versuch parieren kann.

Nach 43 Minuten ist Broll schon wieder gefragt, Ehlers schafft es per Kopf nicht, den Ball aus dem Strafraum zu befördern. Jeremy Dudziak versucht es mit einem schönen Volley, Dresdens Nummer 1 ist allerdings zur Stelle und lenkt den Schuss über die Latte.

Nach einer weiteren Doppelchance für Martin Harnik, aus der der Angreifer noch immer kein Tor machen kann, geht es in die Pause.

Halbzeit Zwei – Schnelles Führungstor für Dynamo

Nur knapp zwei Minuten braucht Dresden, um in Durchgang Zwei in Führung zu gehen. Niklas Kreuzer flankt den Ball ins lange Eck. Was eigentlich als Vorarbeit gedacht war, wird zum Torschuss, weil in der Mitte weder Freund noch Feind an den halbhohen Ball rankommt. Heuer Fernandes sieht bei diesem Gegentor alles andere als gut aus.

Vor Allem, weil Dynamo nach dem 0:1 selbstbewusster wird, braucht der HSV einige Minuten, um wieder Zugriff auf das Spiel zu kriegen.

Traumhafter Ausgleich durch Sonny Kittel

Bis Minute 67 muss sich der HSV zu seinem verdienten Ausgleich gedulden. Ein hoher Steilpass von Leibold kommt perfekt in den Lauf des durchgestarteten Sonny Kittel, der den Ball aus sechs Metern halblinker Position per Direktabnahme an den rechten Innenpfosten setzt. Keine Chance für Broll.

Doch die Freude währt nicht lange, der Linienrichter hebt die Fahne in der Überzeugung, Kittel im Abseits gesehen zu haben. Nach Kölner Überprüfung der Situation wird die Entscheidung allerdings zurückgenommen. So darf der Jubel ein zweites Mal ausbrechen.

Hamburg will unbedingt den Sieg – Und schießt zwei Abseitstore

Nur vier Minuten nach dem Ausgleich trifft der bisher glücklose Martin Harnik zur Führung für den HSV. Nach einer Vorlage von – natürlich – Tim Leibold schießt der eingewechselte Jairo Samperio auf das Dresdner Tor. Den missglückten Versuch des Spaniers kann Harnik dank seines guten Stellungsspiels über die Linie drücken.

Auch hier schaltet sich der Videobeweis ein. Diesmal fällt die Entscheidung aber nicht zu Gunsten des Hamburger SV. Bei Jairos Abschluss stand der vermeintliche Torschütze Martin Harnik hauchdünn im Abseits. Der Treffer zählt nicht.

Minute 83. Der HSV gibt seit 20 Minuten Vollgas und wirft alles nach vorne, um heute als Sieger vom Platz zu gehen. Leibold ist auf links bis zur Grundlinie vorgedrungen und flankt den Ball in den Rückraum. Dort läuft der eingewechselte Aaron Hunt ein und köpft den Ball gegen Brolls Laufrichtung ins untere linke Eck.

Wieder wird an der Seitenlinie eine gelb-orangefarbene Fahne in den Hamburger Nachmittagshimmel gereckt. Und diesmal hat der Linienrichter vollkommen recht mit seiner Entscheidung. Nun war es nicht der Torschütze, sondern der Vorbereiter, Tim Leibold, der im Abseits war.

Hamburg ist seit dem Ausgleichstreffer drückend überlegen und schießt jetzt das zweite irreguläre Führungstor innerhalb von gut 10 Minuten. Kann der HSV noch das Siegtor erzielen?

Der Erlöser von der Bank – David Kinsombi

Ja! Er kann. Und das Stadion wird zum Tollhaus.

Auf der linken Seite passt Leibold flach auf Kittel und läuft in den Strafraum. Kittel spielt den Ball mit der Sohle in den Laufweg des Linksverteidigers, der aus spitzem Winkel abzieht. Torwart Broll kann den Schuss ins kurze Eck zwar parieren, wehrt aber in Richtung David Kinsombi ab. Der Mittelfeldspieler wurde zehn Minuten zuvor eingewechselt und muss hier mit dem Kopf nur noch abstauben. 2:1 ist der Endstand!

Fazit

Es ist hochverdient, dass der Hamburger SV diese Partie für sich entscheidet.

Angesichts des Dresdner Engagements war der Treffer zum zwischenzeitlichen 0:1 durch Niklas Kreuzer zwar nicht unverdient. Nach dem guten Start in die Zweite Halbzeit hatte Dynamo allerdings die Spielkontrolle fast komplett an den HSV verloren. Im Verlauf der Zweiten Hälfte nahm der Hamburger Druck immer mehr zu, wogegen sich die Sachsen nach dem 1:1-Treffer durch Kittel kaum noch wehren konnten. Gegen Ende fehlte der SG die Kraft, die es gebraucht hätte, um die HSV-Angriffe konsequent zu verteidigen. Die Mannschaft von Trainer Cristian Fiel schlug sich insgesamt wacker beim heimstärksten Team der Liga und war nur wenige Sekunden von einem Punktgewinn entfernt.

Der HSV klettert durch den 2:1-Heimsieg zurück auf Platz 1 der Zweitliga-Tabelle. Mit 29 Punkten aus 14 Spielen stehen die Hanseaten nun punktgleich mit Arminia Bielefeld an der Spitze. Im Parallelspiel kam die Arminia gegen den SV Sandhausen nicht über ein Unentschieden hinaus. Am kommenden Freitag eröffnet der HSV den 15. Spieltag beim Gastauftritt in Osnabrück.

Dynamo verweilt vorerst auf Platz 17. Die starke Leistung im Volkspark sollte den Dresdnern allerdings gezeigt haben, dass das nicht so bleiben muss. Die nächsten Gegner heißen Holstein Kiel, Sandhausen und Osnabrück. In diesen Spielen muss Dynamo dringend punkten, um nicht den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren.

 

 

 

Berichterstattung von Jannis Gante (Sportjournalismus & Sportmarketing, BA-SJ-14-H-VZ, Sportlehrredaktion)


Schlagworte: Cristian Fiel, David Kinsombi, Dieter Hecking, Dresden, Dynamo, Dynamo Dresden, Hamburger SV, HSV, Niklas Kreuzer, SGD, Sonny Kittel, Spielbericht, Tim Leibold, Volksparkstadion

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Datum: 25. November 2019
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