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Bielefeld fertigt Nürnberg ab und springt auf Platz 1

In einer nahezu einseitigen Partie schlug Arminia Bielefeld den 1.FC Nürnberg klar mit 5:1. Die Arminen fügten Nürnberg somit nicht nur die höchste Zweitliga-Niederlage ihrer Historie zu, sie setzten auch ihre beeindruckende Auswärtsserie fort und sprangen dank des Ausrutschers des HSV an die Spitze.

Veröffentlicht am 10. November 2019 von

(Hannover.) Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus schickte zunächst dieselbe Startaufstellung ins Rennen, die Holstein Kiel mit 2:1 bezwang. Im 4-3-3 System wollte man gegen die Nürnberger den sechsten Auswärtssieg einfahren. Dieses System versuchte Nürnbergs Trainer Marek Mintal zu spiegeln. Außerdem nahm der Slowake im Vergleich zu der 3:1 Auswärtsniederlage in Bochum vier Veränderungen vor: Die Außenverteidigerpositionen wurden anstelle von Jäger und Nürnberger mit Valentini und Sorg besetzt. Der unter Canadi aussortierte Ondrej Petrak wurde von Mintal wieder in die erste Elf beordert, für ihn musste Dovedan passen. Außerdem startete der ehemalige Magdeburger Lohkemper auf der Außenbahn, die im Spiel zuvor von Kerk beackert worden war.

Nürnbergs Defensive wie lustlose Jugendspieler

Der 1.FC Nürnberg erwischte zwar den vielverprechenderen Start, weil sie die Bielefelder früh attackierten. Sie wollten das Heft in die Hand nehmen. Die auswärtsstarken Bielefelder verpassten den Nürnbergern allerdings nach neun gespielten Minuten die kalte Dusche: Yabo triebt den ersten vernünftigen Angriff der Arminen über die linke Seite voran, wurde bis zur Strafraumgrenze nicht gestört. Dort nahm er dann den hinterlaufenden Hartherz mit, der mit seiner scharfen Hereingabe vier Meter vor dem Tor Jonathan Clauss fand, der den Fuß hinhielt und die frühe Führung für den DSC herstellte. Bielefeld zeigte sich in der Folge weiter in der Offensive. Zunächst wurde Rechtsverteidiger Brunner bei seinem Lauf über die rechte Seite nicht mal im Ansatz attackiert. Seine Hereingabe fand an der Strafraumgrenze Voglsammer, der nach einem kurzen Kontakt eiskalt halbhoch ins linke Eck vollstreckte. Auch beim 0:2 in der 13. Minute war U-19 Keeper Willert chancenlos.

0:3 nach 15 Minuten – Bielefeld einer Spitzenmannschaft würdig

Es kam allerdings noch schlimmer für Marek Mintal und die Heimmannschaft: Erneut bekam Hartherz auf der linken Außenbahn nur sporadische Gegenwehr, seine Flanke unterschätzte Lukas Mühl, sodass am zweiten Pfosten Fabian Klos nur noch einschieben musste. Nach grade einmal 15 Minuten hatte Bielefeld den ganz schwachen Nürnbergern die Grenzen aufgezeigt. Diese machten auffällig viele individuelle Fehler, Marek Mintals Matchplan war zu diesem Zeitpunkt komplett über den Haufen geworfen. Zudem verletzte sich nach einem Zusammenprall bei eigener Ecke Lukas Mühl am Kopf, der starkblutend behandelt und mit Turban weiterspielen musste. Hoffnung auf Besserung kam zunächst nicht auf für die Nürnberger, Hartel hatte eine kleine Gelegenheit zu erhöhen, wurde allerdings aufgrund einer Abseitsposition zurückgepfiffen. Kurz darauf hatte Valentini Glück, das er Clauss mit offener Sole kaum erwischte, nach Videobeweis gab es Gelb für den Deutsch-Italiener. Es begann eine Phase, in der Nürnberg etwas besser ins Spiel kam. Mehr als zwei Distanzschüsse, die beide deutlich über das von Ortega gehütete Gästetor flogen, sprangen zunächst nicht heraus. Stattdessen kamen die Bielefelder zu einer Chance, als Yabo aus knapper Abseitsposition am glänzend reagierenden Willert nicht vorbeikam. Bis zur Pause sprang für Nürnberg nicht mehr als ein schwacher Geis-Abschluss heraus, sodass man von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet mit einem völlig verdienten 0:3 in die Pause ging.

Nürnberg macht sich den guten Beginn direkt wieder kaputt.

Mintal reagierte zu Beginn der zweiten Halbzeit mit der Herausnahme von Felix Lohkemper, der durch den Portugiesen Medeiros ersetzt wurde. Neuhaus brachte Salger und Seufert für Nilsson und Hartel. In der 57. Minute keimte etwas Hoffnung für die Nürnberger auf, die bereits zuvor zwei kleinere Chancen durch Behrens und Medeiros hatten. Sörensen nickte eine Geis-Ecke von der rechten Seite ins linke Eck ein – nur noch 1:3. Doch diese Hoffnung wurde nur eine Minute später wieder erstickt: Klos vollstreckte freistehend nach einer Voglsammer-Verlängerung vor Willert und stellt direkt den drei-Tore-Vorsprung wieder her. Marek Mintal erlöste daraufhin Ondrej Petrak, und versuchte mit Sebastian Kerk einen Offensivimpuls zu setzen. Das machte sich kurz darauf beinahe bezahlt: Kerk bediente Frey, der aus kurzer Distanz die große Chance zum Anschluss hatte. Ortega verhinderte jedoch den Anschlusstreffer.

Yabo macht alles klar: Nürnberg kassiert die höchste Niederlage seiner Zweitligahistorie

Nach 72 Minuten rechte sich das Auslassen dieser Chance: Yabo schädelte eine Voglsammer-Flanke von links in die Maschen. Willert war zwar noch dran, konnte den Einschlag zum 1:5 aber nicht mehr verhindern. Kurz darauf brachte Uwe Neuhaus noch Edmundsson für Clauss. Mintal brachte Tim Handwerker für den mit gelb bedachten Valentini. Wer dachte, die Arminia schalte nun den Verwaltungsmodus ein, der lag falsch. Bielefeld spielte es mit einem Mix aus Abgeklärtheit, Ruhe und Lust auf Tore, und kam in der 83. Minute zu einer weiteren Chance durch Reinhold Yabo. Unter dem Hohn der eigenen Fans, die jeden angekommenen Pass sarkastischer Weise feierten, ging das Spiel für Nürnberg ohne Nachspielzeit zu Ende.

Die Nürnberger verpassten es gegen bärenstrake Bielefelder ihre Saison in die richtige Richtung zu leiten und ihre Fans wieder auf ihre Seite zu ziehen. Die Arminia hingegen schaffte mit ihrem sechsten Auswärtssieg in Folge den Sprung an die Spitze und überzeugte besonders zum Auftakt mit Kaltschnäuzigkeit. Ihr Auftreten war definitiv ein Fingerzeig an die Konkurrenz, besonders Fabian Klos und Andreas Voglsammer wussten zu überzeugen. Der nächste Gegner wird der SV Sandhausen sein, die am 23. November in Bielefeld zu Gast sein werden. Für die Verantwortlichen des 1. FC Nürnberg gilt es jetzt, einen geeigneten Cheftrainer zu finde, der die Nürnberger zu einer besseren Form verhilft. Diese wird zweifelsohne nötig sein, wenn der jetzt Tabellen 14. am 23. November im Franken-Derby in Fürth etwas zählbares mitnehmen will.

Tom Stahmann, Sportjournalismus & Sportmarketing (BA-SJ-14-H-VZ, Sportlehrredaktion)

https://www.kicker.de/


Schlagworte: 1.FC Nürnberg, Andreas Voglsammer, Arminia Bielefeld, Fabian Klos, Marek Mintal, Nürnberg, Spielbericht, Uwe Neuhaus

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Datum: 10. November 2019
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