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Bundesligaspiel um Becherskandal wird am Grünen Tisch entschieden

Vor dem Anpfiff hätte niemand gedacht, dass dieser Freitagabend in die Bundesligageschichte eingehen soll. Es ist erst das achte Mal, dass ein Fußball-Bundesliga Spiel frühzeitig abgebrochen werden muss. Nachdem ein Fan des VFL Bochums Schiedsrichterassistenten Christian Gittelmann in der 69. Minute mit einem vollen Bierbecher am Kopf traf, musste das Spiel abgebrochen werden. Nun ist die Entscheidung über das endgültige Ergebnis vom DFB-Sportgericht gefallen.

Veröffentlicht am 25. April 2022 von

(Bochum.) Es war der 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga und der VFL Bochum traf auf die Borussia aus Mönchengladbach. Doch dieser Abend endete anders als sich die Fans der beiden Mannschaften das erhofft hatten. Das Spiel war von Anfang an hart umkämpft, da beide Mannschaften wussten was auf dem Spiel stand. Doch dann brach die 69. Spielminute an, Borussia Mönchengladbach führte zu diesem Zeitpunkt mit 2:0 durch die Treffer von Alassane Plea (55.) und Breel Embolo (61.)

Der freistehende Schiedsrichterassistent Christian Gittelmann wurde von einem VFL Bochum Fan aus der ersten oder zweiten Reihe mit einem gefüllten Bierbecher am Hinterkopf getroffen und ging zu Boden. Nach diesem Vorfall unterbrach Schiedsrichter Benjamin Cortus das Spiel sofort und das Schiedsrichtergespann samt der Spieler verließen für 15 Minuten das Feld. Sie kamen danach nur noch einmal hoch, um das Spiel endgültig abzubrechen und sich bei den Fans zu verabschieden. „Bei einem tätlichen Angriff auf einen Spieloffiziellen, in dem Fall den Schiedsrichter-Assistenten, ist ein Spielabbruch einfach alternativlos“ erklärte sich Schiedsrichter Cortus zu seiner Entscheidung vor den TV-Kameras nach dem Spiel. Schiedsrichterassistent Gittelmann wurde nach dem Abbruch sofort von Florian Heft, dem zweiten Assistenten, ins Krankenhaus begleitet. Dort wurde dann eine Schädelprellung und ein Schleudertrauma diagnostiziert. Aufgrund des Spielabbruchs war das Endergebnis noch nicht klar und musste „am grünen Tisch“, dem Sportgericht des DFB entschieden werden.

Der VFL Bochum fordert eine Wiederholung des Spiels

Nach dem überraschenden Spielabbruch in der 69. Minute rechneten die meisten mit der schnellen Entscheidung das abgebrochene Spiel für Borussia Mönchengladbach mit einem Sieg von 2:0 zu werten. Doch der VFL Bochum und Anwalt Horst Kletke versuchten beim Sportgericht des DFB eine komplette Wiederholung des Spiels mit einem Spielstand von 0:0 zu erwirken. Der Anwalt begründete seine Forderung mit dem Paragraf 18.4 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFBs, darin heißt es: sollte ein Bundesligaspiel ohne Verschulden beider Mannschaften abgebrochen werden müssen, so ist es an demselben Ort zu wiederholen. „Der Straftäter hat völlig legal sein Getränk gekauft und der Verein dadurch kein Verschulden an der Straftat“ so Kletke zum SID.

In der folgenden Videoumfrage hören Sie einige Meinungen von Fußballfans zu der Forderung des VFL Bochums, das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach zu wiederholen.

Sportgericht des DFB entscheidet sich gegen die Forderung 

Am Donnerstag, den 24.03.2022 kam das Sportgericht des DFB um den Vorsitzenden Stephan Oberholz dann zu einem endgültigen Ergebnis. Nachdem das Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VFL Bochum abgebrochen werden musste, versuchten die Bochumer und Anwalt Horst Kletke eine Spielwiederholung zu bewirken. Dabei erklärten sie ihre Forderung damit, dass der Fan sein Bier rechtmäßig erworben hatte und der Verein somit nicht kontrollieren kann, was er nach dem Erwerb damit mache. Wie zu erwarten war, kam das Sportgericht zu der Entscheidung das Spiel mit einem 2:0 Sieg für die Borussia aus Mönchengladbach zu werten. „Das Spiel ist für den VfL Bochum mit 0:2 als verloren zu werten, da der Verein für seine Zuschauer verantwortlich ist und das Verschulden der Zuschauer dem Verein zuzurechnen ist“, erklärte Oberholz die Entscheidung des Sportgerichts. Das Ergebnis hängt dabei jedoch nicht von der 2:0 Führung ab, die Borussia Mönchengladbach zum Zeitpunkt des Spielabbruchs hatte, sondern generell gilt: Muss ein Spiel aufgrund des Verschuldens einer Mannschaft abgebrochen werden, so verliert diese das Spiel mit 2:0 (in diesem Fall der VFL Bochum).

Ein Beitrag von Maximilian Kamps, Studiengang: Sportjournalismus & Sportmarketing (BA-SJ-17-K-VZ), Modul: Sportjournalistik, Dozent: Sören Oelrichs

Quellen:

https://www.sueddeutsche.de/sport/bochum-becherwurf-gladbach-urteil-wertung-1.5554086

https://sport.sky.de/fussball/artikel/fussball-news-bochum-fordert-spielwiederholung-nach-becherwurf-skandal/12573573/34942

https://www.freenet.de/sport/topnews/nach-becherwurf-gittelmann-fordert-null-toleranz-politik-40440638.html

https://www.kicker.de/verein-hat-kein-verschulden-bochum-fordert-spielwiederholung-895394/artikel

https://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/2203/Artikel/spielabbruch-wann-wird-eine-partie-abgebrochen.html


Schlagworte: Becherwurf, Borussia Mönchengladbach, Bundesliga, DFB, Gittelmann, Grüner Tisch, Skandal, VfL Bochum

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Datum: 25. April 2022
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