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CHIO Aachen Tatort für Tierquälerei?

Der CHIO in Aachen ist einmal im Jahr das Event für Pferdefreunde aus diversen Ländern. Laut Recherchen des WDR wirft der Glamour jetzt jedoch dunkle Schatten auf die Equipe der Dressurreiter. Aufnahmen des Senders vom Trainingsplatz in Aachen zeigen, dass das Wohl des Pferdes bei vielen Reitern der Dressurklasse scheinbar nicht im Vordergrund steht. Auf dem Filmmaterial ist die so genannte „Rollkur“ oder auch „Hyperflexion“ zu sehen, bei der das Maul des Pferdes eng an die Brust gezogen wird und sich dadurch der Pferdehals aufrollt.

Veröffentlicht am 02. November 2018 von

Umstritten ist diese Art der Empfänglichmachung der Pferde in Reiterkreisen schon länger, doch wird sie gerne von den Verantwortlichen abgestritten. Das Videomaterial des WDR beweist nun, dass diese Technik beim CHIO Aachen, ohne ein Einschreiten des Richters, auf dem Abreiteplatz praktiziert wurde.

Experten bestätigen Schädigung des Pferdes durch die Rollkur

Biologin Dr. Kathrin Kienapfel betont, wenn man so reite, dann sei das tierschutzwidrig, da dem Pferd Schmerzen oder Leiden zugefügt werden. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung bestreitet in einer Pressemitteilung die Vorwürfe. Sicher würde in dem Videomaterial laut eigenen Aussagen unschönes Reiten gezeigt, mit Tierschutzwidrigkeit habe dieses jedoch nichts zutun.

Jan Tönjes, ein Journalist der Zeitschrift St. Georg, kritisiert, die zuständige Mitarbeiterin des WDR wolle lediglich mit ihrem Beitrag Geld verdienen, da diese aufgrund ihrer Freiberuflichkeit darauf angewiesen sei. Der Sender solle sich das Geld für „schlecht recherchierte Wissenschaftsberichte“ lieber sparen. Er schreibt weiter, es handele sich nur um einen kurzen Ausschnitt aus dem Material des WDR, auf welchem sich ein Urteil gebildet werde. Auf den Abreiteplätzen habe sich mittlerweile viel positiv verändert, unter anderem der für den Zuschauer sichtbare Faktor der Harmonie zwischen Pferd und Reiter.

Cavallo berichtet von Experiment mit Schulpferden

Das Magazin Cavallo veröffentlichte auf seiner Internetplattform einen Beitrag zur Rollkur, indem von einer Studie aus Neustadt-Dosse die Rede ist. In dieser seien in einem Zeitraum von zwei Wochen 16 Schulpferde mit stark verkürzten Ausbindern longiert und so in die „Rollkur-Haltung“ gebracht worden. Das Ergebnis waren laut Cavallo verengte Atemwege, Verspannungen, bis hin zum Platzen feiner Blutgefäße in der Schleimhaut.

Ergebnisse von Biologen und Test mit Schulpferden zeigen klares Bild

Die Erkenntnisse der Biologin Dr. Kienapfel sowie der Test aus Neustadt-Dosse zeigen: wer in Hyperflexion reitet, schadet der Gesundheit des Pferdes. Laut diesen ergebe sich zudem: auch wenn nur wenige Sekunden des Videomaterials des WDR die Rollkur auf dem Trainingsplatz beweisen, sind diese schon zuviel und sollten nicht verharmlost werden – der Gesundheit des Pferdes zuliebe.

Ein Bericht von Luisa Peek (MJ-48-H, Modul: Print-Journalismus)


Schlagworte: CHIO Aachen, Dressur, Dressursport, Pferde, Rollkur, Tierquälerei

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Datum: 02. November 2018
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