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DFB stellt Strafanzeige gegen BVB-Spieler Jude Bellingham

In einem Interview nach dem Spiel gegen den FC Bayern München übte der Dortmund-Spieler Jude Bellingham heftig Kritik am Schiedsrichter der Partie, indem er einen Betrug witterte. Daraufhin verhängte der DFB eine Geldstrafe in Höhe von 40.000€.

Veröffentlicht am 08. Dezember 2021 von

(Dortmund.) Nach einigen strittigen Szenen endete das Samstagabendspiel der Bundesliga mit 2:3 für den FC Bayern München. In Interviews nach dem Spiel äußerten sich einige BVB-Spieler kritisch über die Entscheidungen des Schiedsrichters Felix Zwayer, so auch Jude Bellingham. In einem Interview mit dem norwegischen Fernsehen sagte Bellingham: „Du gibst einem Schiedsrichter, der schon in Spielmanipulation verwickelt war, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?“. Mit dieser Kritik witterte Bellingham einen Betrug, weshalb der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen einleitete. „Man prüfe die sportstrafrechtliche Relevanz“, wie der Anklagevertreter Anton Nachreiner vom DFB in einem offiziellen Statement mitteilte.

Bellingham bekommt Unterstützung vom Borussia Dortmund-Chef Watzke

In einer Stellungsname beim Kicker wird Watzke mit den Worten zitiert: „Bellinghams Satz war nicht falsch, auch wenn er ihn nicht sagen muss“. Dies sei allerdings auch der Emotionalität eines 18-Jährigen zu Schulden“, so Watzke. Zudem habe er niemanden beleidigt, sondern Bellingham habe nur ein Faktum geschildert. Kritik gab es allerdings von anderer Stelle, und zwar von Bayerns Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn. Laut Kahn ging Bellingham mit dieser Aussage „einen gewaltigen Schritt zu weit“, erklärte er bei der Diskussionsrunde Sky 90.

Schiedsrichter Zwayer fokussiert Gespräch mit BVB-Spieler Jude Bellingham

Wie der Spiegel berichtete, reagierte Zwayer auf die Aussage von Bellingham wie folgt: „Die Aussage erweckt bewusst den falschen Eindruck, ich hätte das Spiel nicht nach bestem Wissen und Gewissen geleitet. Sie ist persönlich, verunglimpfend und respektlos, habe beleidigenden und verleumderischen Charakter und dürfe so nicht stehen bleiben.“ Zudem sagte Zwayer der Bild-Zeitung: „Ich möchte das man liebsten in einem persönlichen Gespräch mit Jude Bellingham klären und habe gegenüber Borussia Dortmund ein solches angeboten.“ Für Zwayer geht es nicht um eine Bestrafung des 18-Jährigen, sondern in erster Linie um eine aufrichtige Entschuldigung.

Beim Champions-League Spiel des BVB am Dienstagabend reagierte erneut Watzke auf die Aussage von Zwayer und erklärte im Interview mit Prime Video: „Wenn Herr Zwayer mir und Michael Zorc ein Schreiben schickt und so ein Gespräch anregt, kann man gerne darüber diskutieren. Wenn ich aber eine Stunde später das Gleiche dann schon in den Medien lese mit Originaldaten, dann muss ich sagen: Ich führe keine vertraulichen Gespräche mit irgendjemanden, wo es eine Stunde später schon im Boulevard steht. So geht das nicht“.

Wett- und Manipulationsskandal im Fall Hoyzer

Felix Zwayer, der 2014 noch zum Schiedsrichter des Jahres gekürt wurde, war 2004 als Linienrichter in ein Wett- und Manipulationsskandal verwickelt. Zwayer war Linienrichter von Robert Hoyzer, der 2004 über mehrere Monate Spiele der zweiten Bundesliga, der Regionalliga und des DFB-Pokals manipuliert hat, wie die Zeit berichtete. Felix Zwayer wollte zwar nach eigenen Aussagen mit der ganzen Sache nichts zu tun haben. Trotzdem nahm er, laut Zeit, im Spiel SV Wuppertal gegen Werder Bremen Amateure 300€ von Hoyzer entgegen. Ebenso habe er über einen längeren Zeitraum hinweg keine Meldung bezüglich Manipulation an den DFB abgegeben. Erst im Jahr 2005 meldete Zwayer mit drei anderen Schiedsrichterkollegen dem DFB „Ungereimtheiten“ in Bezug auf Spiele unter der Leitung von Hoyzer, berichtete der Spiegel. Daraufhin wurde Hoyzer zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Zwayer hingegen ist für ein halbes Jahr gesperrt worden, diese Sperre wurde allerdings aufgrund von Zeugentätigkeiten wieder fallengelassen. Der 40-Jährige durfte somit sofort wieder weiterpfeifen.

Rekordgeldstrafe für Jude Bellingham

BVB-Spieler Bellingham erhält jetzt eine Geldstrafe in Höhe von 40.000€, wie Sport 1 berichtet. Das Sportgericht bewertete die Aussage von Bellingham als „unsportliches Verhalten“. Dadurch egalisierte der 18-Jährige die bisherige Rekordgeldstrafe für einen Fußballspieler. Zuvor musste Markus Thuram von Gladbach nach seiner Spuckattacke dieselbe Summe bezahlen. Die gute Nachricht ist, dass Bellingham um eine Sperre herumkommt, die zunächst vermutet worden war. Zudem kündigte BVB-Chef Watzke bei Amazon Prime an: „Wahrscheinlich werden wir es irgendwie aufteilen.“ Damit ist die anstehende Zahlung der Geldstrafe gemeint. Außerdem akzeptiert der BVB die Strafe, so Watzke in dem  Interview, da der Verein keine Sperre riskieren möchte und Ruhe haben wolle. Bellingham steht somit auch in den kommenden drei Ligaspielen gegen Bochum, Führt und Hertha BSC zur Verfügung.

Quellen: https://www.sport1.de/news/fussball/bundesliga/2021/12/bvb-star-jude-bellingham-erhalt-geldstrafe-ist-sie-angemessen

https://www.sueddeutsche.de/sport/bvb-bayern-jude-bellingham-zwayer-1.5480845

https://www.t-online.de/sport/fussball/bundesliga/id_91267448/bvb-schiri-betrug-strafanzeige-gegen-bellingham-wegen-zwayer-kritik.html

https://www.focus.de/sport/fussball/bundesliga1/schiri-wuenscht-sich-gespraech-das-urteil-ist-da-dfb-bestraft-jude-bellingham-fuer-geschmacklose-zwayer-aussagen_id_24495249.html

https://www.spiegel.de/sport/fussball/felix-zwayer-ueber-aussage-von-jude-bellingham-verunglimpfend-und-respektlos-a-bfc1d954-9319-4a51-8784-0279b170370e

https://www.zeit.de/sport/2014-12/felix-zwayer-urteil-dfb-hoyzer-schiedsrichter?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

https://www.spiegel.de/sport/fussball/manipulationsskandal-vier-schiedsrichter-zeigten-hoyzer-an-a-338466.html

Veröffentlicht von Max Friedrich, BA-SJ-18-H-VZ, Modul: Journalistische Darstellungsformen


Schlagworte: Bellingham, DFB, Geldstrafe, Hoyzer, Interview, Zwayer

Artikelinformationen


Datum: 08. Dezember 2021
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