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Grindel als DFB-Präsident zurückgetreten

(Köln.) Nach nur drei Jahren hat Reinhard Grindel das Amt des Präsidenten beim Deutschen Fußball-Bund niedergelegt. „Ich entschuldige mich dafür, dass ich durch mein wenig vorbildliches Handeln in Zusammenhang mit der Annahme einer Uhr Vorurteile gegenüber haupt- oder ehrenamtlich Tätigen im Fußball bestätigt habe“, gab der 57-Jährige am Dienstag auf einer Pressekonferenz bekannt. 

Veröffentlicht am 03. April 2019 von

Die Uhr hatte Grindel nach Informationen der „Bild“ vor rund eineinhalb Jahren vom ukrainischen Oligarchen und Fußball-Funktionär Grigori Surkis geschenkt bekommen. „Ich bin tief erschüttert, dass ich wegen eines solchen Vorgangs meine Funktion als DFB-Präsident aufgeben muss, die ich gerne ausgeübt habe“, so Grindel.

Der gebürtige Hamburger beteuerte, dass die 6000 Euro teure Uhr ein Privatgeschenk gewesen sei. „Herr Surkis hatte keinerlei wirtschaftliche Interessen im Zusammenhang mit dem DFB. Er hat mich niemals davor oder danach um irgendeine Unterstützung gebeten“, so der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete. Zudem kündigte Grindel an, die Uhr zurückzugeben.

Der Ex-Präsident sorgte schon in der Vergangenheit mehrfach für Aufsehen. Erst am Freitag berichtete der „Spiegel“ über Nebeneinkünfte in Höhe von 78.000 Euro. Diese Zahlungen soll Grindel zwischen Juli 2016 und Juli 2017 vom DFB-Tochterunternehmen „DFB-Medien GmbH“ erhalten haben.

Koch und Rauball übernehmen

Nach dem Rücktritt von Grindel werden die Vizepräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball interimsweise das Amt übernehmen, bevor der DFB-Bundestag am 27. September einen neuen Präsidenten wählt. Rauball nehme den Rücktritt mit Respekt und Verständnis zur Kenntnis. „Es ist daher im Sinne des deutschen Fußballs und seiner Handlungsfähigkeit, den Weg für einen personellen, aber auch strukturellen Neuanfang innerhalb des DFB freizumachen.“, wird der 72-jährige Interimspräsident auf der DFB-Website zitiert.

Auch Koch meldete sich auf der Website zu Wort: „Reinhard Grindel hat sich mit hohem persönlichem Engagement für den DFB eingebracht und nicht nur in der Bewerbung um die EURO 2024 viel für den Verband getan. Wir sind ihm dafür sehr dankbar und haben großen Respekt vor seiner Entscheidung.“ Ziel sei es jetzt, einen gemeinsamen Kandidaten von DFB und DFL außerhalb des Präsidiums zu finden, der die Anliegen des Amateurfußballs ebenso im Blick habe, wie den Spitzenfußball, so der 60-Jährige, der außerdem Präsident des Bayrischen Fußball-Bundes ist.

Bereits nach dem Rücktritt des ehemaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach im Jahr 2015 übernahm das Duo die Geschicke beim DFB. Damals hatte Niersbach im Zuge der WM-Affäre von 2006 seinen Rücktritt erklärt. Aufgrund des erneuten frühzeitigen Rücktritts eines DFB-Präsidenten, „muss die Frage gestellt werden, warum keiner der letzten DFB-Präsidenten regulär aus dem Amt geschieden ist. Hier sollten einmal die Strukturen auf den Prüfstand gestellt werden.“, mahnte Andreas Rettig (Geschäftsführer, FC St. Pauli) in einem „Express“-Interview.

Grindels Zukunft ungewiss

Die „Bild“ spekulierte am Mittwochmorgen über eine Rückkehr Grindels zum ZDF, dort hatte er bis 2005 gearbeitet und habe, laut dem Sender, ein im Abgeordnetengesetz geregeltes gesetzliches Rückkehrrecht.

Neben der Tätigkeit als DFB-Präsident ist Grindel Vize-Präsident der UEFA, doch auch dort droht ihm der Rausschmiss. Die „Welt“ berichtete, dass in den kommenden Tagen ein Gespräch zwischen Grindel und UEFA-Vertretern stattfinden soll. Dort solle ihm der Rücktritt nahegelegt werden.

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Grindel zurücktreten // Jannik Kube & Janne Koch // Software Grundlagen // Sören Oelrichs // BA-SJ-09-K-VZ


Schlagworte: Bund, Deutschland, DFB, Fußball, Grindel, Koch, Köln, Präsident, Rauball, Reinhard Grindel, Rücktritt

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Datum: 03. April 2019
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