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Horst Heldt bleibt bei Hannover 96

Bei Hannover 96 herrschte zuletzt nur ein Gesprächsthema: die Personalie Horst Heldt. Sein Wechselwunsch zum VfL Wolfsburg sorgte für viel Unruhe im Verein und bei den Fans. Als der Wechsel schon fast vor dem Abschluss stand, gab Hannover 96 am Donnerstag bekannt, dass der Manager bei den Roten bleibt. Jetzt äußerten sich Präsident Martin Kind

Veröffentlicht am 30. April 2018 von

Bei Hannover 96 herrschte zuletzt nur ein Gesprächsthema: die Personalie Horst Heldt. Sein Wechselwunsch zum VfL Wolfsburg sorgte für viel Unruhe im Verein und bei den Fans. Als der Wechsel schon fast vor dem Abschluss stand, gab Hannover 96 am Donnerstag bekannt, dass der Manager bei den Roten bleibt. Jetzt äußerten sich Präsident Martin Kind und Heldt selbst zu den Geschehnissen der vergangenen Tage und zur zukünftigen Zusammenarbeit der beiden.

Kurz vor der Entlassung von Wolfsburg-Sportdirektor Olaf Rebbe wurde angenommen, dass der Wechsel von Horst Heldt zum VfL Wolfsburg nur noch Formsache wäre. Ein Geheimtreffen mit Heldt, Gerhard Zuber, dem sportlichen Leiter der Roten, und VfL-Verantwortlichen hatte es in einem VW-Gebäude am Braunschweiger Flughafen auch schon gegeben. Ein unterschriftsreifer Vertrag habe ihm bereits vorgelegen. Doch dann kam alles anders. Am Donnerstag informierte Hannover 96 die Öffentlichkeit darüber, dass es „zu keiner Einigung bis zur zeitlichen Deadline kam“. Dabei war es die Bitte des 96-Managers die Roten zu verlassen. „Ich habe Herrn Kind mitgeteilt, dass es mein Wunsch ist, nach Wolfsburg zu gehen. Die Vereine haben gesprochen und verhandelt“, erklärte Horst Heldt der „Bild am Sonntag“.

Vorstellungen liegen zu weit auseinander

Dass die Verhandlungen scheiterten, liegt also einzig und allein an beiden Vereinen. Der VfL Wolfsburg war nicht bereit eine Ablöse um die fünf Millionen Euro zu zahlen. „Wir haben diskutiert. Auf Basis der genannten Zahlen war eine Verständigung nicht möglich. Die Vorstellungen lagen so deutlich auseinander, dass auch ein Kompromiss in der Mitte nicht möglich war“, erläuterte 96-Klubchef Martin Kind im „Doppelpass“, einer Talkrunde des TV-Senders Sport1.

„Es ist im Fußball nicht außergewöhnlich, dass Angestellte während der Vertragslaufzeit wechseln wollen. Das ist in der Bundesliga nicht anders als in der freien Wirtschaft“, erklärt Heldt seinen Wechselwunsch. Details verrät der 48-Jährige nicht. Trotz des geplatzten Wechsels will er weiter mit voller Konzentration seiner Arbeit bei Hannover 96 nachgehen: „Diese Haltung und der Anspruch an mich selbst ist ungebrochen. Das Interesse anderer Vereine ist aber immer auch eine Wertschätzung der geleisteten Arbeit.“

Mögliche Gründe für seine konkreten Wechselgedanken gibt es viele. Ein Hauptgrund dürften die Fans sein. Martin Kind möchte nach wie vor die 50+1-Regel bei Hannover 96 kippen und den Verein übernehmen. Seinen gestellten Antrag bei der DFL hatte er ruhen lassen, weil die Aussicht auf Erfolg eher gering war. Diese Thematik bekommt Teilen der aktiven Fanszene gar nicht gut und der Stimmungsboykott war geboren. Die ganze Saison über blieb die Unterstützung der Nordkurve aus und sorgte auch für Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Fanlagern. Nur bei einigen Spielen konnten die Spieler von Hannover 96 auf Unterstützung ihrer Ultras zählen. Die eine Hälfte ruft „Kind muss weg“, die andere „Ultras raus“. Im Februar fand Horst Heldt dazu klare Worte, in einem Interview nach dem Spiel gegen Gladbach ließ er seinem Frust freien Lauf: „Es kotzt mich alles an, das macht keinen Spaß.“

Ein anderer Grund könnte die Rolle des Geldes gewesen sein. Hannover 96 hatte Horst Heldt einen neuen Geschäftsführervertrag vorgelegt. Demnach hätte er mehr Macht über Transfers und Gelder gehabt und außerdem eine Gehaltserhöhung bekommen. Diesen unterschrieb der 96-Manager aber nicht. Beim VfL Wolfsburg hätte er den Posten des Geschäftsführer Sport übernommen und die Möglichkeit gehabt, sein Gehalt zu verdreifachen.

Vorerst Zusammenarbeit zwischen Heut und Kind

Doch wie sieht nun die Zukunft von Horst Heldt und Hannover 96 aus? Schließlich war dies nicht Heldts erster Versuch den Verein zu verlassen. Bereits im November 2017 wollte er zum 1. FC Köln wechseln. Aus der „Herzensangelegenheit“ wurde allerdings nichts. Und auch beim zweiten Mal klappte es nicht. Grund genug für 96-Präsident Martin Kind das Vertrauen der beiden infrage zu stellen, aber „Herr Heldt ist ein Profi. Er weiß, dass er gute Arbeiten leisten muss, will und wird“, stellte Kind klar und führt weiter aus, dass es „einen dritten Versuch nicht geben wird.“

Trotzdem ist sich der Klubchef nicht sicher, ob der Manager weiterhin für Hannover 96 arbeiten will: „Das müssen Sie ihn selbst fragen, da bin ich der falsche Ansprechpartner.“ Die Arbeit laufe derzeit aber ganz normal weiter. Die beiden haben sich bereits zu Gesprächen getroffen und mit der Kaderplanung für die nächste Saison begonnen.

 

Ein Bericht von Nico Schwieger (BA-SJ-08-VZ-H)


Schlagworte: 1. Bundesliga, Hannover 96, Horst Heldt, Martin Kind, VfL Wolfsburg

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Datum: 30. April 2018
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