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Leclerc gewinnt Großen Preis von Österreich

Ferrari-Pilot Charles Leclerc feierte am vergangenen Sonntag in Spielberg seinen zweiten Rennsieg in diesem Jahr und verwies Max Verstappen und seinen Red-Bull bei dessen Heimrennen auf den zweiten Platz. Vor den tausenden Fans des amtierenden niederländischen Weltmeisters konnte auch Mick Schumacher seine gute Form bestätigen.

Veröffentlicht am 29. September 2022 von

(Spielberg.) Im Vorfeld des Rennens in der österreichischen Heimat seines Rennstalls Red Bull galt Max Verstappen als Favorit. Viermal gewann der amtierende Weltmeister bereits in Spielberg und nach einem enttäuschenden siebten Platz in Silverstone in der Vorwoche, wollte der Niederländer mit einem Sieg in Österreich seinen zuletzt schrumpfenden Vorsprung in der WM-Wertung wieder ausbauen.

Angetrieben von vielen tausenden niederländischen Fans gelang Verstappen ein erstes kleines Ausrufezeichen bereits am Freitag, als er im ersten freien Training Mitfavorit Charles Leclerc auf den zweiten Platz verwies.

Auch im Qualifying, das durch die Besonderheit des Sprintrennens am Samstagnachmittag bereits am frühen Freitagabend stattfand, bestätigte Verstappen seine Ambitionen und erfuhr sich die Pole Position für das 100 Kilometer Rennen am Samstag, welches die endgültigen Startplätze für das Rennen am Sonntag festlegte.

Mit einem Vorsprung von gerade einmal 29 Tausendstelsekunden konnte Verstappen sich gegenüber Leclerc durchsetzen, der somit ebenfalls aus der ersten Startreihe starten durfte. Ferrari Pilot Carlos Sainz, der in Silverstone seinen ersten Rennsieg in der Formel 1 feierte, wurde mit einem Abstand von unter einer Zehntelsekunde auf Verstappen Dritter und konnte somit auf die zweite Podiumsplatzierung in Folge hoffen.

Weit entfernt von den eigenen Erwartungen präsentierte sich Rekordweltmeister Lewis Hamilton, der in Q3 nach einem Fahrfehler über den Kies in die Seitenabsperrung prallte und sich damit das höhnische Klatschen und Jubeln der vielen niederländischen Fans zuzog. Der Brite überstand den Unfall ohne Verletzung, musste das Qualifying aber ohne eigene Rundenzeit beenden und sich somit mit Startplatz neun begnügen. Dass es noch für einen einstelligen Platz reichte, hatte er dabei Red-Bull Pilot Sergio Perez zu verdanken. Im ersten freien Training noch auf Platz vier, quälte sich der Mexikaner mit einer guten letzten Runde in Q2 gerade noch in Q3, bekam seine schnellste Rennrunde allerdings auf Grund der Überschreitung der Streckenbegrenzung gestrichen und musste sich somit mit Platz 13 begnügen.

Noch bevor das Sprintrennen über 24 Runden am Samstag startete, kam es mit dem zweiten freien Training erneut zu einem harten Kampf um die schnellste Zeit, die diesmal Charles Leclerc auf den Asphalt zauberte. Wie bereits im Qualifying, waren die Zeiten der drei schnellsten Fahrer, die wieder Leclerc, Sainz und Verstappen hießen, ganz knapp beieinander und ließen die Fans auf ein spannendes Sprintrennen am Abend hoffen, bei dem die ersten acht Fahrer bereits erste Punkte für die WM-Wertung sammeln können.

Wenig Spannung und kaum Risiko der Fahrer, damit man am Sonntag beim Rennen am Sonntag auf jeden Fall dabei ist, das warfen Kritiker dem Sprintrennen bereits vor Einführung 2021 vor. Diese sollten sich an diesem Samstag in Österreich bestätigt fühlen. Ausschließlich Sergio Perez nutzte das Sprintrennen aus und fuhr im Red Bull noch auf den fünften Platz vor. Währenddessen waren die meisten anderen Piloten auf die Verteidigung ihrer Position bedacht und griffen ihren Vordermann nur selten an. Somit ging es mit einer fast unveränderten Startreihenfolge in das Rennen am Sonntag. Größter Verlierer des Rennens war Fernando Alonso, der auf Grund technischer Probleme gar nicht erst starten konnte und somit am Sonntag von Platz 20 starten musste.

Größere Platzierungsänderungen sollte es dann am Sonntag auf der kurzen Strecke in Spielberg geben. Nach einem Start mit einem Zusammenstoß von Perez und Russel, nahm die Spannung des Rennens bereits früh an Fahrt auf. Bereits in Runde 12 von 71 schaffte es Leclerc an Verstappen vorbei und setzte den Weltmeister somit stark unter Druck. Dieser reagierte früh mit einem Reifenwechsel und musste somit das Feld von hinten aufräumen. Durch viele Strafen, die durch das Überfahren der Streckenbegrenzung ausgelöst wurden, und viele Reifenwechsel wurde das Rennen bereits nach kurzer Zeit unübersichtlich. Bereits nach 48 Runden war selbst der an Postion acht liegende Mick Schumacher von Leclerc überrundet worden.

Die gute Stimmung in der Box von Ferrari bekam in der 57. Rennrunde dann aber doch einen ersten Dämpfer. Sainz, zu diesem Zeitpunkt auf Platz 3 liegend, muss sein Auto im Kies abstellen, nachdem dieses ohne Zutun des Fahrers langsamer wurde und zu Rauchen begann. Kurze Zeit später begann das Auto noch zu brennen, doch Sainz schaffte es, sein Auto selbstständig ohne Verletzungen zu verlassen. Als dann Leclerc während der anschließenden Safety Car Phase über Probleme mit dem Gaspedal berichtet, drohte das gute Ergebnis des italienischen Rennstalls in einem Desaster zu enden. Doch Leclerc schaffte es in den verbleibenden neun Runden nach Beendigung des Safety Cars, seine Führung zu verteidigen. Nutznießer des Ausfalls von Carlos Sainz war Lewis Hamilton, der es im Verlauf schaffte noch auf den dritten Platz vorzufahren und somit zum zweiten Mal in Folge an der anschließenden Siegerehrung teilnehmen durfte.

Somit verkürzte Leclerc den Abstand in der WM-Wertung auf 37 Punkte und reist in zwei Wochen mit einer großen Portion Selbstvertrauen nach Frankreich, um den Druck auf Verstappen weiterhin zu verkürzen.

 

Aus deutscher Sicht verlief das Wochenende ganz unterschiedlich. Sebastian Vettel konnte den eigenen Erwartungen in keiner der Session gerecht werden und konnte den starken neunten Platz aus der Vorwoche nicht bestätigen. Nur im zweiten freien Training konnte er mit Platz 13 im Kampf um die Top 10 mitfahren. Nachdem Vettel im Qualifying nicht über Q1 hinauskam und dort die langsamste Zeit ablieferte, lief es auch Im Sprintrennen nicht besser. Eine Runde vor Schluss musste Vettel in Folge eines Zusammenstoßes seinen an diesem Wochenende nicht konkurrenzfähigen Aston Martin abstellen. Und auch im Rennen konnte Vettel mit Platz 17 dem Wochenende keinen zufriedenstellenden Abschluss geben.

Ganz anders lief es dagegen für Mick Schumacher im Haas. Dieser übertraf seinen achten Platz aus der Vorwoche und fuhr nach Platz neun im Sprintrennen noch auf einen sechsten Platz vor. Auf der Strecke lieferte sich Schumacher einen engen Zweikampf mit Lewis Hamilton. Bereits im Sprintrennen konnte Schumacher die Angriffe des Briten lange parieren und musste ihn erst in der letzten Rennrunde vorbeiziehen lassen. Dennoch überzeugte der Haas mit einer hohen Geschwindigkeit auf der Geraden und stellte so seine Ambitionen, regelmäßig um die Punkte mitzufahren, weiter unter Beweis.

 

Ob Schumacher auch in Frankreich erneut um die vorderen Platzierungen mitfahren kann, klärt sich am 24.07, wenn es in Le Castellet erneut um WM-Punkte geht.

Quellen:

https://www.kicker.de/leclerc-greift-an-verstappen-mit-koepfchen-vettel-im-tief-908383/artikel.amp

https://de.motorsport.com/f1/news/formel-1-sprint-qualifying-alles-was-du-darüber-wissen-musst-21050407/6502467/amp/

https://www.kicker.de/grand-prix-von-oesterreich-2022-2/908131/formel1-rennbericht

https://www.motorsport-magazin.com/formel1/news-278191-formel-1-schumacher-aufschwung-geht-weiter-wieder-im-q3/

https://www.motorsport-total.com/formel-1/ergebnisse/2022/grosser-preis-von-oesterreich/rennen

https://www.transfermarkt.de/assad-nouhoum/profil/schiedsrichter/31745

Ein Bericht von Jannis Bartling (BA-SJ-18-H-VZ)

Modul: Journalistische Darstellungsformen


Schlagworte: Carlos Sainz jr., Charles Leclerc, Fernando Alonso, Formel 1, Großer Preis von Österreich, Lewis Hamilton, Mercedes, Mick Schumacher, Red Bull Racing, Sebastian Vettel

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Datum: 29. September 2022
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