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Milliardengeschäft Profifußball – Die Bundesliga im Kampf mit Europa

Spielerwechsel mit Ablösesummen im dreistelligen Millionenbetrag werden immer mehr zum Alltag im weltweiten Profifußball. Der deutsche Profifußball scheint sich jedoch gegen diesen Trend zu wehren und droht im europäischen Vergleich an Qualität zu verlieren.

Veröffentlicht am 21. August 2019 von

127 Millionen Euro. So viel überwies im Sommer 2019 der spanische Erstligist Atletico Madrid laut Medienberichten an Benfica Lissabon für den 19-jährigen Mittfeldspieler Joao Felix. Eine Summe die im heutigen Profifußball fast schon zum Alltag gehört. Summen wie die 220 Millionen Euro, die Paris Saint-Germain aufbringen musste um den brasilianischen Superstar Neymar vom FC Barcelona zu verpflichten oder auch die von Barcelona bezahlten 150 Millionen.

Euro für Weltmeister Antoine Griezmann zeigen, dass die sogenannten „Big Boys“ des europäischen Fußballs bereit sind weitaus mehr für ihre Wunschspieler zu bezahlen.

Besonders in der englischen Premier League greifen oft auch die abstiegsbedrohten Vereine zu drastischen Mitteln auf dem Transfermarkt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. So investierte der FC Fulham im Sommer 2018 mehr als 100 Millionen Euro für neue Spieler. Dennoch stieg der Verein aus dem Osten Londons am Ende der Saison 2018/2019 nach nur einem Jahr erneut in die zweite englische Liga ab. Auch in der Saison 2019/2020 geht mit Aston Villa ein Aufsteiger mit Neuzugängen im Wert von weit über 100 Millionen Euro in die Premier League Saison. Trotzdem gilt auch dieser Verein in England als Abstiegskandidat.

Ein Trend ohne die Bundesliga

Trotz dieser Entwicklung im europäischen Fußball bleiben die deutschen Bundesligisten auf dem Transfermarkt in einem angemessenen Rahmen. Im Sommer 2019 sorgte der FC Bayern München mit der Verpflichtung des Verteidigers Lucas Hernandez, von Atletico Madrid, für einen neuen Rekordtransfer der Bundesliga. Die Ablösesumme, die laut Medienberichten 80 Millionen Euro betragen soll, ist im europäischen Vergleich aktuell jedoch maximal ein Transfer im oberen Durschnitt und keineswegs einer der berühmten „Top-Transfers“. Und auch bei Spielern, die die Bundesliga verließen, stellt man fest, dass sich die Bundesligisten scheinbar gegen Summen im dreistelligen Millionen Bereich wehren.

Auch der Rekordabgang aus der Bundesliga ist alles andere als ein Top-Transfer, zumindest in Hinblick auf die Transfersumme. Für gerade einmal 60 Millionen Euro lies Eintracht Frankfurt seinen Europa League Helden Luka Jovic zu Real Madrid ziehen. Eine Summe, die bei Betrachtung den heutigen Standards und der Qualität des 24-jährigen Stürmers unverständlich wirkt. Ein Wechsel eines Spielers mit ähnlicher Qualität, wäre bei einem Wechsel in entgegengesetzte Richtung – also aus der spanischen La Liga in die Bundesliga – wohl kaum unter der 100 Millionen-Euro-Marke zustande gekommen.

Wird es eng für die Bundesliga?

Je weiter der Trend der „Monster-Transfers“ voranschreitet, desto schwieriger könnte es für die Bundesligavereine werden, im europäischen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein erstes Anzeichen dafür war die vergangene Champions League Saison, bei der keine einzige deutsche Mannschaft das Viertelfinale erreichen konnte. Darüber hinaus verloren alle drei, im Achtelfinale vertretenen deutschen Mannschaften, ihre Paarungen gegen englische Vereine. Dass dies auch ein Zeichen sportlicher Überlegenheit der englischen Vereine ist, lässt sich zwar nach einer einzigen Saison nicht belegen. Der Trend hinzu den sogenannten „Monster-Transfers“ ist jedoch einer, den auch die Bundesligisten in den kommenden Jahren erschließen müssen, um auch im internationalen Kampf um Erfolge und das Ansehen im Fußball mit anderen europäischen Top-Ligen, wie der Premier League oder der La Liga, mithalten zu können.

Müssen die Bundesliga-Vereine in den kommenden Jahren den Trend der Monsters-Transfers mitgehen?

 

Ein Bericht von Nils Böckling (BA-SJ-09-K-VZ) im Modul Software Grundlagen.


Schlagworte: Bundesliga, Fußball, Geld, Milliardengeschäft, Premier League, Profifußball, Transfer

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Datum: 21. August 2019
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