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Paukenschläge bei der Darts-EM: Van Gerwen, Wright und Suljovic scheitern in Runde eins!

Am Donnerstagabend und Freitagmittag stieg in der Lokhalle in Göttingen die erste Runde der Darts-EM, bei der die besten 32 Spieler der European Tour dieses Jahres antreten. Es warteten in dieser Runde bereits einige tolle Matches und faustdicke Überraschungen auf die Fans und vermutlich auch auf die Spieler selbst.

Veröffentlicht am 25. Oktober 2019 von

 

Der Donnerstag der Überraschungen – Cullen und Chisnall legen vor

(Hannover.) Das erste Match am Donnerstagabend bestritt Joe Cullen gegen den erfahrenen Mervyn King, welches der „Rockstar“ Cullen letztendlich souverän mit 6:2 für sich entschied. Beide Spieler hatten Schwierigkeiten hohe Scores zu erzielen, „The King“ konnte darüber hinaus nur zwei seiner elf Versuche auf ein Doppelfeld verwerten. Ganz im Gegensatz zu Cullen, der seine Chancen nutzte, wenn er sie bekam und schlussendlich mit einer Doppel-Quote von 60% das unspektakuläre erste Spiel für sich entschied.

Es folgte die Partie zwischen dem „Dreammaker“ Dimitri van den Bergh, der gegen einen gut aufgelegten Dave Chisnall mit 6:3 verlor. Das Spiel war zunächst ausgeglichen, etwas bezeichnend für das Spiel der beiden war das sechste Leg, welches sich Dimitri van den Bergh zum 3:3 Ausgleich schnappte. Zuvor hatten beide Spieler in diesem leg 13 Darts am Doppel-Feld vorbei geworfen. Danach konnte „Chizzy“ den jungen Belgier auch aufgrund seines hohen Averages abhängen und brachte das Match nach Hause.

Evans enteilt Durrant – Whitlock stark gegen Lewis

Als nächstes folgte die Partie des schnellsten Spielers auf dem PDC-Circuit, Ricky Evans, der auf den dreimaligen BDO-Weltmeister Glen Durrant traf. „Duzza“ führte schnell mit 2:0 und verpasste die Chance mit einem 170-er Finish die Partie vorzeitig sehr einseitig zu gestalten. Dies rächte sich, denn Evans spielte ein tolles 110-er Finish zum 1:2 Anschluss und kam besser in die Partie. Durrant konnte sich allerdings im zehnten Leg bei eigenem Anwurf zwei Match-Darts erarbeiten, verpasste allerdings die Doppel Zehn und Fünf. Evans holte sich das Brake und schaffte es sich im darauffolgenden Leg die Partie zu sichern. Zwar spielte er einen etwas schlechteren Average als Durrant (95.28 zu 97.37), konnte sich am Ende aber aufgrund seines guten Timings und einer Doppelquote von 46% durchsetzen. Besonders aufgrund Durrant’s bisheriger Form in 2019 ein eher überraschender Sieg, anderer Seits ein toller Erfolg für „Rapid“ Ricky Evans.

In einem einseitigen Match konnte wenig später Simon Whitlock den ehemaligen Weltmeister Adrian Lewis mit 6:1 bezwingen. Lewis hatte keine gute Partie erwischt, hinkte mit dem Scoring dauerhaft hinterher und konnte den „Wizard“ zu keinem Zeitpunkt gefährden. Vor allem nutzte er von seinen zehn Chancen zum Checkout grade einmal eine. Ganz anders präsentierte sich Whitlock, der zwischenzeitlich sechs perfekte Darts spielte und zwei Drittel seiner Würfe auf die Doppel traf. Letztlich stach Whitlock den Engländer aus, indem er 60 Punkte mit zwei Darts auf Null brachte.

Cross problemlos – Clayton deklassiert den Vorjahressieger

Der Weltmeister von 2018 Rob Cross trat anschließend gegen den „Demolition Man“ Darren Webster an. Das erste Highlight lieferte Webster, der sich mit einem 100er Finish das erste Leg besorgte. In der Folge konnte sich Cross durch gute Scores und einen Average von knapp 100 Punkten einen Vorsprung erarbeiten. Zwar ließ sich der kleine Engländer nicht abschütteln, verwertete drei seiner vier Versuche aufs Doppel. Letztendlich zeigte ihm „Voltage“ allerdings die Grenzen auf, indem er 154 Punkte zum Matchgewinn checkte. Keine schlechte Vorstellung von Webster, am Ende reichte es nicht für einen soliden Rob Cross.

James Wade, der Vorjahressieger und Top 10 Spieler, bekam es daraufhin mit dem Waliser Jonny Clayton zu tun. Wade wurde von Clayton regelrecht gedemütigt. Clayton spielte schlussendlich einen Average von 111.33, erzielte damit im Durchschnitt pro Aufnahme 29 (!) Punkte mehr als „The Machine“. Da letzterer dann auch noch seinen einzigen Wurf auf ein Doppelfeld verpasste, und Clayton grade einmal zwei Darts aufs Doppel nicht traf, war es ein White-Wash von Jonny Clayton mit dem so wohl niemand gerechnet hatte. Allerdings wurde dieser auch begünstigt durch den schlechten Tag von James Wade.

Van Gerwen spielt stark und verliert trotzdem – O’Connor kann Gurney nicht bezwingen

Wenn man die Zahlen von Michael van Gerwens Spiel gegen Ross Smith sieht, würde man normalerweise vermuten, dass „Mighty Mike“ die nächste Runde erreicht hat. Doch trotz eines Averages von 105.1 und einer Doppelquote von 50% verlor van Gerwen. Es war eine unfassbar ausgeglichene Partie, in der Smith aufgrund seiner Stärke auf die Doppel (75% Doppelquote) schließlich das bessere Ende für sich hatte. Außerdem spielte der „Smudger“ Smith zwei High-Finishes: Zur 1:0 Führung brachte er 124 Punkte auf null und checkte 114 Punkte zum Match. Für van Gerwen ist die Niederlage eine riesige Enttäuschung, nachdem er zwischen 2014 und 2017 dreimal Sieger der European Championship war. Ross Smith wiederum kann mächtig stolz auf diesen Sieg sein, es wird sich zeigen, ob er seine Leistung im weiteren Verlauf beibehalten oder steigern kann.

Zum Abschluss der Donnerstags-Session bezwang Daryl Gurney den Iren William O’Connor mit 6:4. Gurney hatte die Partie weitestgehend im Griff, erspielte sich schnell eine 4:1 Führung. O’Connor spielte zwar nicht schlecht, kämpfte sich sogar noch einmal auf 5:4 an Gurney heran, verlor allerdings dennoch. Gurney spielte einen Average von 98 Punkten und zog mit einem erfolgreichen Dart auf die Doppel 16 in die nächste Runde ein.

Einseitiger Freitag – Wattimena und Bunting deutlich

Den Auftakt am Freitag machte Jermaine Wattimena, der es mit Jamie Hughes zu tun bekam. Es war eine Partie, die auf einem mittelmäßigen Niveau stattfand. Wattimena konnte sich nachdem Hughes zunächst in Führung gegangen war allerdings schnell steigern und ließ „Yozza“ keine Chance. Am Ende reichte ein Average von 91, um das Spiel mit 6:1 zugunsten des Niederländers zu entscheiden. Für Jamie Hughes waren eine Doppelquote von 33.33% und ein Average von knapp 87 Punkten einfach zu wenig, um den zweitbesten Niederländer hinter Michael van Gerwen zu gefährden.

Anschließend kam Youngster Keegan Brown im Spiel gegen Stephen Bunting ebenfalls schlecht zurecht. Nachdem Brown zum 1:1 ausgeglichen hatte, nahm Bunting das Heft in die Hand und marschierte mit einem 95er-Average zum zweiten 6:1 Sieg des Freitags. Brown konnte seinen Kontrahenten am Ende einfach nicht gefährden, bekam grade einmal vier Versuche auf die Doppel gegenüber den 18 von Bunting, der verdient in die nächste Runde einzieht.

Dobey kann Ratajski ärgern – Beaton unterliegt starkem Aspinall

Chris Dobey ging in seinem Match gegen den Polen Krzysztof Ratajski zunächst mit 3:1 in Führung, Ratajski konnte sich allerdings mit seinem einzigen High-Finish der Partie nach der Pause den 3:3 Ausgleich holen. Zwei Legs später schaffte „Hollywood“ seinerseits ein wichtiges High-Finish, breakte den „Polish Eagle“ zum 5:3 und konnte sich kurz darauf den 6:3 Sieg schnappen, obwohl er etwas schlechter scorte als sein Gegner. Eine Doppelquote von 46% verhalf dem Engländer zu seinem verdienten Sieg.

Es folgte der Auftritt von Nathan Aspinall gegen „The bronzed Adonis“, Steve Beaton. „The Asp“ legte einen starken Auftritt hin, checkte unter anderem die 170 und ging mit einem 4:1 Vorsprung in die Pause. Zwar konnte Beaton direkt nach der Pause mit einem tollen 144er-Checkout noch einmal verkürzen, am Ende machte Aspinall jedoch mit seinem zweiten High-Finish der Partie zum 6:3 Endstand den Deckel auf die Partie. Der junge Engländer schaffte einen Average von 98 Punkten und schaffte einen verdienten Sieg über den erfahrenen Steve Beaton.

Suljovic’s gebrauchter Tag –Smith bezwingt Ian White

Mensur Suljovic war vor der Partie gegen Vincent van der Voort einiges zu zutrauen, doch „The Gentle“ wurde seinem Spitznamen nur insofern gerecht, dass er van der Voort leichtes Spiel ließ. Suljovic fand zu keinem Zeitpunkt in die Partie, kam nur auf eine Doppelquote von 12.5% und ging mit einem 5:0 Rückstand in die Pause. Van der Voort wiederum spielte es mit seiner Routine gut, aber nicht überragend herunter. Ihm reichte ein 94er-Average und dass er ein Drittel seiner Versuche auf Doppel verwertete, um Suljovic mit 6:1 abzufertigen. Eine sehr enttäuschende Leistung des einzigen deutschsprachigen Teilnehmers, der keinen Fokus fand und zurecht ausschied.

Die darauffolgende Partie fand auf einem hohen Niveau statt. Ian White und Michael Smith spielten beide im Schnitt über 100 Punkte, warfen zusammen über 29 Aufnahmen über 100 Punkte. Umso überraschender, dass Ian White trotz dieser Statistik vom „Bully-Boy“ mit einem 5:0 Rückstand in die Pause geschickt wurde. Michael Smith traf 75% seiner Versuche auf die Doppel und bezwang „The Diamond“ am Ende mit 6:1. Für Ian White eine bittere Niederlage, da er sich bis auf sein schwaches Doppel-Spiel nichts vorzuwerfen hatte.

Auch die Nummer 2 muss gehen – Price ringt Evetts nieder

Ein tolles Match lieferten sich der Niederläder Jeffrey de Zwaan und der Schotte Peter Wright. De Zwaan konnte sich überraschend schnell auf 4:1 absetzen, nach einem verlorenen Leg hatte Wright unter anderem die Pfeile getauscht. De Zwaan war bereits auf 5:2 weggezogen, als „Snakebite“ einen Comeback Versuch startete. Doch am Ende reichte ihm sein 97er-Average nicht mehr aus. Nachdem de Zwaan bereits drei Matchdarts nicht verwerten konnte, warf er den Weltranglisten Zweiten mit 6:4 aus dem Turnier. Der Niederländer schaffte in seinem Spiel starke sechs 180er, Peter Wright hingegen muss sich ärgern, nicht mehr aus seinen 25 Aufnahmen von über 100 Punkten gemacht zu haben.

Zum Abschluss der ersten Runde spielte der Waliser Gerwyn Price gegen Ted Evetts. Obwohl Evetts der am niedrigsten platzierte Spieler im Turnier ist, lieferte er eine gute Partie ab und übte mit 91 Punkten im Schnitt Druck auf den „Ice Man“ aus. Price spielte jedoch seine Klasse aus und bestätigte seine starke Form. Er checkte unter anderem die 167 und spielte einen Average von etwa 100 Punkten. Nachdem es zwischenzeitlich 4:4 stand und es so aussah als könnte es noch zu einer Überraschung kommen, erstickte Gerwyn Price jegliche Hoffnungen auf einen Sieg des Underdogs und bezwang Evetts mit 6:4.

Im Endeffekt schieden in der ersten Runde nun fünf der Top 10 Spieler aus dem Turnier aus. Besonders die Niederlagen von Michael van Gerwen und Peter Wright machen das Turnier zu einem offenen Kampf. Es ist nicht sehr unwahrscheinlich, dass wir am Sonntag einen neuen Major-Sieger zu sehen bekommen.

Gurney vs. Whitlock und Price vs. Aspinall in Runde Zwei

Die zweite Runde beginnt bereits am heutigen Freitagabend, Joe Cullen eröffnet gegen Rob Cross. Es folgt das vermutlich spannendste Spiel des Abends, Daryl Gurney gegen Simon Whitlock. Dave Chisnall trifft auf den starken Jonny Clayton, und zum Abschluss des Abends trifft der van Gerwen-Bezwinger Ross Smith auf Ricky Evans.

Am Samstagabend geht es weiter mit den Partien zwischen Vincent van der Voort und Chris Dobey sowie Michael Smith und Stephen Bunting. Gerwyn Price trifft im Anschluss auf Nathan Aspinall und die beiden Niederländer Jeffrey de Zwaan und Jermaine Wattimena machen den letzten Viertelfinalteilnehmer untereinander aus.

Tom Stahmann, Sportjournalismus & Sportmarketing (BA-SJ-14-H-VZ)

 

http://live.dartsdata.com

https://www.darts1.de/european-championship/european-championship.php


Schlagworte: Dart, Darts, Darts-EM, Daryl Gurney, Gerwyn Price, Göttingen, James Wade, Lokhalle, Mensur Suljovic, Michael Smith, Michael van Gerwen, Peter Wright

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Datum: 25. Oktober 2019
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