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Relegation vor der Brust – Stuttgarts Tage der Wahrheit

20 Niederlagen, 70 Gegentore und ein Torverhältnis von minus 40 – die Bilanz eines Absteigers. Der VfB Stuttgart kann von Glück sprechen, dass er in der vergangenen Woche mit 28 Punkten die Relegation erreichte, weil es in dieser Saison zwei Bundesliga-Mannschaften gab, die noch schlechter abschnitten. Doch wenn die Mannschaft von Trainer Nico Willig am Donnerstag (20:30 Uhr) den Rasen betritt, zählt all das nicht mehr. Es geht wieder von Null los – in 180 Minuten gegen Union Berlin.

Veröffentlicht am 22. Mai 2019 von

Kapitän Christian Gentner gab nach dem 3:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg am 33. Spieltag zu: „Wir haben 27 Punkte jetzt, da darfst du normal nicht in der Liga bleiben. Wir bekommen die Chance geschenkt mit der Relegation.“ Das Wort „Chance“ – und nicht etwa „Strafe“ oder „Nachsitzen“ –  steht sinnbildlich für die aktuelle Situation rund um den Verein. Trotz der schlechtesten Saison aller Zeiten freut man sich im Schwabenland auf die beiden Relegations-Partien gegen Union Berlin. Dies beweisen die Zahlen: Ausverkauftes Heimspiel, ausverkauftes Auswärtsspiel, ausverkauftes Public Viewing in der Mercedes-Benz Arena während des Rückspiels. An der Unterstützung der Anhänger dürfte es also nicht liegen, sollte der VfB Stuttgart die PS nicht auf den Rasen bekommen.

„55.000 Signalspieler!“

Interimstrainer Nico Willig, der nach der Relegation wieder zur U19 zurückkehrt, appellierte auf emotionale Weise zum Abschluss der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Spiel nochmals an die Fans. „Ich habe bei meiner ersten Pressekonferenz hier von Andreas Beck als Führungsspieler, als Signalspieler gesprochen. Und ich wünsche mir für Donnerstag, dass wir 55 000 Signalspieler haben. Egal, wie das Spiel läuft: Wir brauchen die Unterstützung. Es liegt mir total am Herzen, das zu sagen. Die Mannschaft wird alles geben. Und wenn diese zwei Gruppen in einem Boot sitzen, dann packen wir das gemeinsam“, so der Chefcoach, der sich für die entscheidenden Spiele nicht über Personalsorgen beschweren kann.  In der Relegation kann Willig nach wochenlanger Pause wieder auf Steven Zuber zurückgreifen, auch Erik Thommy ist wieder im Mannschaftstraining.

Tipps von Huub Stevens

Als Außenstehender könne man meinen, in dieser Woche würde Willig die Zügel im Mannschaftstraining noch einmal besonders anziehen. Doch so war es nicht – und ein Grund dafür waren die Tipps von Schalke-Trainer Huub Stevens, die Nico Willig nach dem letzten Spieltag gegen dessen Mannschaft vom erfahrenen Coach einholte. Dieser gab seinem Trainerkollegen den Tipp mit, in der wichtigen Woche den Spaß nicht zu vernachlässigen trotz der Ernsthaftigkeit der Relegation, wie Willig verrät. Also standen keine kräftezerrenden Dauerläufe auf dem Plan, sondern Fußballtennis.

Ob Gomez, Didavi und Co. am Donnerstag im Relegations-Hinspiel (20:30) gegen Union Berlin von der Lockerheit wieder auf den ernsten Modus umschalten können, bleibt für alle VfB-Fans zu hoffen. Schließlich stehen die wohl beiden entscheidendsten Spiele der letzten Jahre an und die Zukunft des Vereins auf dem Spiel.

Ein Bericht von Luis Rewwer (BA-SJ-12-H-VZ) Sportlehrredaktion I.


Schlagworte: 1. Bundesliga, 1. Fc Union Berlin, Fußball, Huub Stevens, Luis Rewwer, Nico Willig, Relegation, Sport, Stuttgart, VfB Stuttgart

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Datum: 22. Mai 2019
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