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Werder will es wissen: Drei Siege bis Europa?

skripnik

(Bremen) Platz sieben, 42 Punkte und beste Chancen auf den Einzug in die Europa League. Nach einem Drittel der Spielzeit hätte den Bremern wohl niemand zugetraut, mit solchen Perspektiven ins Saisonfinale zu gehen. Zu schwach waren die Auftritte der Mannschaft, zu ratlos erschien der damalige Trainer Robin Dutt an der Seitenlinie.

Veröffentlicht am 08. Mai 2015 von

Der 24. Oktober markierte den zwischenzeitlichen Tiefpunkt der Werder Saison, nach einer 0:1 Heimniederlage gegen den 1. FC Köln rutschten die Grün-Weißen auf den letzten Tabellenplatz ab. Einen Tag später zogen die Verantwortlichen die Reißleine. Robin Dutt musste gehen, als Nachfolger wurde Viktor Skripnik installiert, einer der Bremer Helden des DFB Pokal Sieges 1999.

 
Mit Skripnik kommt die Wende
Bei Amtsantritt war die Zielvorgabe an den Ukrainer klar formuliert, der Abstieg sollte unter allen Umständen vermieden werden. Skripnik und sein Team legten auch gleich vielversprechend los, einem Sieg im DFB Pokal folgten zwei weitere Erfolge gegen Mainz und Stuttgart in der Bundesliga. Doch in den nächsten 5 Begegnungen reichte es lediglich gegen Aufsteiger Paderborn zu einem „Dreier“, sodass die Anfangseuphorie schnell wieder verflogen war.
Doch die Mannschaft um Kapitän Clemens Fritz fing sich wieder und legte zwischen Dezember und Februar mit einer beeindruckenden Serie den Grundstein für eine erfolgreiche Saison. Mit Siegen gegen Dortmund, Hertha, Hoffenheim, Leverkusen und Augsburg katapultierte sich Werder auf Rang acht in der Tabelle und ist seitdem mittendrin im Kampf um Europa.

 
Hannover vor der Brust, Dortmund im Kopf
Das Restprogramm der Bremer hat allerdings in sich, am Samstag treffen Di Santo, Selke und Co. auf den abstiegsbedrohten Rivalen Hannover 96, anschließend steht das Heimspiel gegen den Tabellendritten aus Gladbach auf dem Programm. Am letzten Spieltag könnte es dann zu einem echten Endspiel kommen, im Signal Iduna trifft Werder auf die Dortmunder Borussia, die sich ebenfalls noch berechtigte Hoffnungen auf die Europa League Qualifikation macht.
Sollte Bremen den Sprung auf Platz sechs wirklich noch schaffen, wäre es die Krönung für Skripniks Arbeit in dieser Saison. Die Chancen darauf sind durchaus realistisch. Der momentane Tabellensechste aus Augsburg ist im Formtief, die auswärtsschwachen Hoffenheimer müssen zwei der drei verbleibenden Partien in der Fremde bestreiten. Der stärkste Konkurrent scheinen die Dortmunder zu sein, die allerdings aktuell zwei Punkte weniger auf dem Konto haben als die Grün-Weißen.
Mit etwas Glück reicht den Bremern sogar der derzeitige Tabellenplatz sieben zur Qualifikation für Europa. Sollte der VfL Wolfsburg im Finale des DFB Pokals gegen Dortmund gewinnen, ist auch der Siebte der Bundesliga in der Europa League Qualifikation startberechtigt, denn den Wolfsburger ist zumindest der Champions League Qualifikationsplatz vier nicht mehr zu nehmen.

 
Die Personalplanung ist in vollem Gange
Trotz der derzeit noch ungewissen Perspektive in der kommenden Saison, läuft die Personalplanung an der Weser bereits auf Hochtouren. Als Reaktion auf den umstrittenen Wechsel von Sturmjuwel Davie Selke zum Zweitligisten RB Leipzig wurde diese Woche Anthony Ujah vom 1. FC Köln verpflichtet. Der viel umworbene Freistoßspezialist Zlatko Junuzovic hatte bereits im Februar seinen auslaufenden Vertrag verlängert, vor kurzem verkündete Clemens Fritz, ebenfalls noch ein Jahr an der Weser dranzuhängen. Unklar ist derzeit noch die Zukunft von Torjäger Franco Di Santo und Abwehrchef Sebastian Prödl, die durch ihre guten Leistungen auch andere Klubs auf sich aufmerksam gemacht haben.

Ebenfalls noch nicht bestätigt ist das angebliche Interesse der Bremer am Freiburger Mittelfeldspieler Jonathan Schmid.

 
Ungeahnte Möglichkeiten
Obwohl noch einige Baustellen offen sind, haben sich in Bremen mit dem Amtsantritt von Viktor Skripnik ungeahnte Möglichkeiten aufgetan. Sollte Werder nächstes Jahr europäisch spielen, würden sich auch finanziell neue Möglichkeiten ergeben. Gleichzeitig hätte Manager Thomas Eichin bessere Argumente, um Leistungsträger wie Di Santo von einem Verbleib zu überzeugen. Ungeachtet dessen kommt auf Skripnik in der kommenden Saison eine neue Aufgabe zu. Er wird den guten Eindruck aus seiner ersten Trainersaison bestätigen müssen, um Werder langfristig aus dem Mittelmaß zu führen. Erst einmal wollen Skripnik und sein Team aber in dieser Saison noch wichtige Siege einfahren, den Ersten morgen in Hannover. Dort „wollen wir unsere Qualitäten zeigen“, so der Coach.


Schlagworte: Werder Bremen

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Datum: 08. Mai 2015
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