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Fußball

Wo bleibt das WM-Fieber?

Mittlerweile haben wir alle 32 Mannschaften bei der Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland gesehen. Wirklich großartige Spiele blieben bisher weitestgehend aus, trotzdem und möglicherweise gerade deshalb lässt sich der letzte Funken Euphorie noch vermissen.

Veröffentlicht am 20. Juni 2018 von

Wir schreiben das Jahr 2014. Auf den Straßen wehen die Fahnen, Autos sind mit Stickern beschmückt. Die FIFA Fußballweltmeisterschaft in Brasilien steht bevor und die Brasilianer, quasi Mutterland des Fußballs, tragen all ihren Enthusiasmus für dieses Großevent zu uns herüber.
Vier Jahre später, nach dem großen Erfolg der deutschen Nationalmannschaft, soll der Titel im größten Land der Welt verteidigt werden. Doch der Motor im Land des Fußballweltmeisters stockt und das nicht nur, weil das Auftaktspiel gegen die Mexikaner verloren wurde.

Holprige Vorbereitung und Skandaltreffen

Bereits vor der WM ist die Stimmung in Deutschland gehemmt. Das Team ist zwar fest entschlossen und besitzt darüber hinaus die Qualität erneut Großartiges zu schaffen, sorgt auf der anderen Seite jedoch auch für großen Aufruhr.
Am 19. Mai treffen sich die türkisch stemmigen Spieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und lassen sich in London mit dem stark in der Kritik stehenden Staatsoberhaupt ablichten. Für viele eine Unverschämtheit. Später räumt auch Kapitän Manuel Neuer, um den im Vorfeld stark gebangt wurde, ein, dass die Vorbereitung in Südtirol durch den Vorfall eingeschränkt wurde und zu mancher Problematik führte. Diese Erkenntnisse spiegelten sich in den schwachen Auftritten in den Testspielen gegen Österreich und Saudi-Arabien wieder. Ein weiterer Punkt, welcher das Stimmungsbarometer nicht gerade überkochen lässt.
Bei der Benennung des endgültigen Kaders dann die nächste Überraschung: Flügelspieler Leroy Sané muss zuhause bleiben. Ein erneuter Aufschrei geht durch die Nation. Auch insgesamt fehlt es der Mannschaft um Jogi Löw in diesem Jahr an Charakteren wie Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker, Miroslav Klose oder Lukas Podolski. Deutschland muss als Kollektiv überzeugen, setzt dies aber zu selten um. Auf der Pressekonferenz nach der Auftaktniederlage ist es erneut der Torhüter und Kapitän, der über eine Krisensitzung im Teamlager berichtet, auf der es unter den Akteuren ordentlich geknallt haben soll.

Das fehlende Drumherum

Insgesamt scheint es so, als wäre die WM in Deutschland noch nicht so richtig angekommen. Möglicherweise ist auch das von vielen Experten angesprochene schlechte Verhältnis zwischen Deutschland und Gastgeber Russland ein Grund dafür. Dies ist in erster Linie natürlich nur eine politische Angelegenheit, scheint sich jedoch aber auch auf die Stimmung bei der Weltmeisterschaft zu übertragen.
Zudem ist auch in der Unterhaltungsbranche nichts von einem WM-Hit zu vermerken. Auch dies sah vor einigen Jahren noch anders aus und könnte den Ausschlag geben, eine ganze Nation erneut enger beieinander stehen zu lassen. Dieses Zusammenstehen ist in der jüngsten Vergangenheit jedoch auch immer schwerer geworden. So geht eine bisherige feste Größe, das Public Viewing, immer weiter zurück.

Diese Lethargie, so schient es, hat sich möglicherweise auch auf „Die Mannschaft“ übertragen. Zu viele Schwachstellen zeigten Hummels, Boateng und Co. im Spiel gegen Mexiko. Beinahe wirkte es so, als wäre bei ihnen noch nicht angekommen, dass es nun in ein wichtiges Turnier ginge. Fahrig wurde in die Zweikämpfe gegangen und im Angriff zu ideenlos gespielt.
Bis zur nächsten Partie am Samstag gegen die Schweden, haben die Mannen allerdings Zeit, allen zu zeigen, dass sie es besser machen können. Immerhin brauchte man in der Vergangenheit auch ein wenig Anlaufzeit, um in ein Turnier zu finden.
Bis dahin können dann auch die Menschen auf der Straße ihre Fahnen an Autos und Häusern anbringen. Denn bisher sieht es mit dem WM Fieber, zumindest in Hannover, eher wie folgt aus:

Ein Bericht von Oliver Kuhn und Jannes Krone BA-SJ-08-VZ-H

Quellen:

Fokus Online: http://www.spiegel.de/sport/fussball/wm-2018-manuel-neuer-fand-affaere-um-mesut-oezil-und-ilkay-guendogan-belastend-a-1213421.html

Hannoversche Allgemeine: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Public-Viewing-in-Hannover-verlegt-Faehrmannswiese-statt-Kuechengartenplatz

Stern: https://www.stern.de/lifestyle/leute/fussball-weltmeisterschaft-2018-das-wm-fieber-haelt-sich-bisher-in-grenzen-8121870.html

Sport 1: https://www.sport1.de/fussball/dfb-team/2018/06/wm-2018-dfb-team-manuel-neuer-berichtet-von-krisensitzung-nach-deutschland-mexiko

Die Welt: https://www.welt.de/sport/fussball/wm-2018/article177062722/Oezil-und-Guendogan-bei-Erdogan-Steinmeier-befremdet-von-Treffen-Hat-mich-ratlos-gemacht.html


Schlagworte: deutsche Fußballnationalmannschaft, Fußballweltmeisterschaft, Russland, WM-Fieber

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Datum: 20. Juni 2018
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