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Bayern oder BVB: Wer wird deutscher Meister? – Der Renner-Check:

Am kommenden Freitag, den 16.08. startet die Bundesliga in ihre 57. Spielzeit. Neben dem seit Jahren spannenden Abstiegskampf und der Jagd auf die europäischen Plätze ist dieses Jahr nun auch die Meisterschaft so spannend wie seit Jahren nicht mehr. Borussia Dortmund hat offensiv die Meisterschaft als oberstes Ziel ausgerufen, der FC Bayern will seinen Titel verteidigen und die Serie ausbauen.

Veröffentlicht am 11. August 2019 von

Obwohl Borussia Dortmund während der vergangenen Saison einen zwischenzeitlichen Vorsprung von 9 Punkten auf Verfolger Bayern München hatte, gab man sich stets bescheiden und wollte nie zugeben, ein ernstzunehmender Favorit auf den Titel zu sein. Im Nachhinein kann man das als schwaches Signal betrachten, da man so nie echte Ansprüche auf die Meisterschaft untermauerte und sich in der Folge noch einholen ließ.

„Unser Ziel muss es sein, den Titel zu holen“

Zur neuen Saison sieht das jedoch ganz anders aus. Vizemeister Dortmund hat den Bayern nun offiziell den Kampf angesagt und als Saisonziel den Gewinn der Meisterschaft ausgerufen. Neben Geschäftsführer Watzke, der bereits zum Saisonabschluss (21.5.) verkündete, der BVB werde „ohne wenn und aber um die deutsche Meisterschaft spielen“, betonte auch Kapitän Marco Reus, dass es das Ziel des BVB sein muss, den Titel zu holen.

Bayern mit Titel Nr. 8?

Und die Bayern? Die wollen ihren 7. Meistertitel in Folge selbstredend verteidigen, müssen sich jedoch auf die stärkste Konkurrenz seit vielen Jahren einstellen. Neben Dortmund werden auch Leipzig und Leverkusen als engere Favoriten gehandelt. Zudem erwartet die Bayern nach der Auflösung der jahrelangen Flügelzange um Arjen Robben und Franck Riberý ein personeller Umbruch, der schon längst hätte vollzogen werden können. Die aktuellen Flügelspieler Serge Gnabry und Kingsley Coman haben ihre herausragende Qualität zwar schon oft unter Beweis gestellt, sind jedoch zu häufig verletzt. Bayern sucht weiterhin dringend nach Alternativen.

Neuzugänge? FCB-Sportdirektor Salihamidzic gibt sich bedeckt.

Wunschspieler Leroy Sané, aktuell bei Manchester City unter Vertrag, hat sich vergangene Woche im Community Shield gegen den FC Liverpool das Kreuzband angerissen und wird bis zu 6 Monate ausfallen. Die wochenlangen Spekulationen um seinen möglichen Wechsel zum FCB könnten nun sein jähes Ende gefunden haben. Der Wechsel des schon oft mit den Bayern in Verbindung gebrachten Timo Werner, der aktuell noch bei Konkurrent RB Leipzig unter Vertrag steht, ist bis zum 3.9. noch möglich, aber aktuell kein Thema. Aktuell bietet sich lediglich Neuzugang Jan-Fiete Arp (19) als Alternative an. Er kam für 3 Mio. Euro vom HSV und soll laut Kovac zum Nationalspieler reifen.

Zudem ist mit Mats Hummels ein weiterer, wichtiger Eckpfeiler der Mannschaft für 30,5 Millionen Euro zu Borussia Dortmund gewechselt. Nach schwacher Hinrunde 2018, war Hummels, aufgrund seines überragenden Stellungsspiels und Spieleröffnung, vom kicker zum besten Innenverteidiger der Bundesliga gewählt worden. Für Bayern wird sich noch herausstellen, ob sein Wechsel zum Ligakonkurrenten eine sinnvolle Entscheidung war oder nicht. Als Ersatz waren schon vor Monaten die französischen Weltmeister Lucas Hernandez (23) von Atletico Madrid für 80 Millionen Euro und Benjamin Pavard (23) vom VfB Stuttgart für 35 Millionen Euro (siehe transfermarkt.de) verpflichtet worden. Beide sind flexibel auf der Innen- und Außenverteidigerposition einsetzbar und verstärken die Abwehr um Süle, Boateng, Kimmich und Alaba. Es bleibt abzuwarten, ob und wie der FC Bayern auf dem Transfermarkt zuschlägt. Bayerns Sportdirektor Sahlihamidzic zeigt sich vor dem Saisonstart am Montag zum Pokalspiel in Cottbus zuversichtlich und optimistisch. Gegenüber der Presse hielt er sich bezüglich neuer Entwicklungen bei Transfers bedeckt, lobte jedoch die „sehr gute Vorbereitung“.

„Der BVB hat sich sehr gut verstärkt. Wir haben einen ernstzunehmenden Gegner“

Zuversicht ist auch beim BVB reichlich vorhanden. Mit der Verpflichtung des verlorenen Sohnes Hummels, der sich beim BVB in der Vergangenheit zum Weltklasse Verteidiger entwickelte und zudem ein Garant für die Meisterschaften 2011 und 2012 war, erhofft man sich defensive Stabilität. Die mit 44 Gegentoren anfällige BVB-Defensive der abgelaufenen Saison bekommt nun ihren Klebstoff. Neben Hummels wurden Thorgan Hazard (26, für 25,5 Mio. Euro Ablöse aus Gladbach), Nico Schulz (26, für 25,5 Mio. aus Hoffenheim) und Julian Brandt (23, für 25 Mio. aus Leverkusen) verpflichtet. Somit ist der BVB auf den meisten Positionen doppelt gut besetzt und dürfte gestärkt in die neue Saison gehen.

Mit Christian Pulisic (20), dessen Wechsel für 64 Mio. Euro zum FC Chelsea schon lange feststand, und Innenverteidiger Abdou Diallo (23, PSG) gingen nur zwei Spieler, die zum engsten Stammpersonal zählten. „Wir wollten Spieler aus der Bundesliga holen, die wissen, was es bedeutet, wenn wir sagen, dass wir gegen Bayern um den Titel mitspielen wollen. Darauf musst du deine Transfers ausrichten“, erklärte Watzke die Personalpolitik. Bayern Trainer Niko Kovac lobte zudem anerkennend, dass der BVB sich sehr gut verstärkt und man nun einen ernstzunehmenden Gegner habe.

Fans der Bundesliga dürfen gespannt sein, wer sich letztendlich an der Spitze durchsetzt. Neben Dortmund und Bayern dürfen auch RB Leipzig und Bayer Leverkusen Ansprüche für Höheres stellen. Laut kicker Umfrage sehen 49,3 % den BVB vor Bayern (36,9 %) und Leipzig (3,4%) im Rennen um die Meisterschaft. Der Renner hat vor Ort in Hannover nachgefragt und wollte wissen, wer für die Meisterschaft am besten aufgestellt ist:

 

 

Fazit: Dortmund will und muss angesichts der namhaften Neuzugänge um den Titel mitspielen, dennoch ist nun der Druck auf die Mannschaft immens. Den FC Bayern erwartet angesichts des dünnen Kaders eine noch schwierigere Spielzeit als vergangene Saison. Auch wenn die Top-Elf der Bayern immer noch Spitzenniveau besitzt: Fällt einer der Stars aus, wird es schwierig werden, den Ausfall schnell zu kompensieren. Der Supercup Sieg des BVB (2:0) über den FC Bayern könnte ein Fingerzeig in die Richtung sein, in die es gehen könnte. Dennoch wurden die Münchner in den letzten Jahren immer wieder angezählt und haben bewiesen, dass die Gier nach Titeln längst nicht vorbei war.

Prognose: Bayern und Dortmund liefern sich einen offenen Schlagabtausch bis zum letzten Spieltag. Die Meisterschaft wird im Kopf entschieden!

 

Ein Beitrag von Tobias Oberwittler (BA-SJ-12), Sportjournalismus und Sportmarketing


Schlagworte: Borussia Dortmund, Bundesliga, BVB, Deutscher Meister, FC Bayern München, FCB

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Datum: 11. August 2019
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