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Der Werner-Effekt: Kiel siegt trotz Sensations-Elfmeter!

Holstein Kiel konnte am Freitagabend im ersten Spiel unter dem neuen Cheftrainer Ole Werner gegen den VfL Bochum drei Punkte einfahren. Trotz eines sehr ungewöhnlichen Elfmeterpfiffs für Bochum gewannen die Hausherren die Partie mit 2:1 (1:1) und springen somit in die obere Tabellenhälfte der 2. Bundesliga.

Veröffentlicht am 26. Oktober 2019 von

(Kiel.) Freitagabend. Der 11. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga steht an. Die Partie Holstein Kiel gegen den VfL Bochum eröffnet das Fußball-Wochenende vor der englischen Woche im DFB-Pokal.

Die Partie

Im heimischen Holstein-Stadion zeigen die Kieler mit Neu-Coach Ole Werner eine sehr gute Leistung und kontrollieren von Beginn an das Spiel. Den Gästen verwehren die Störche durch intensives Pressing längere Ballbesitzphasen und lassen die Bochumer so nicht ins Spiel finden.

Folgerichtig geht Holstein Kiel durch Jae-Sung Lee in der 9. Minute in Führung. Nach einer Flanke von Außenverteidiger van den Bergh von der linken Seite schafft es Mühling am langen Pfosten nicht, den Ball an Bochum-Keeper Riemann vorbeizubringen. Dieser kann den Ball nur in die Mitte abwehren, wo der Südkoreaner Lee den Ball zum 1:0 über die Linie bringt. Nach ausgiebiger Überprüfung des VAR auf eine mögliche Abseitsposition Lees dürfen die Norddeutschen den Treffer bejubeln.

Mehr als eine halbe Stunde braucht der VfL, um nennenswert vor das Tor der Hausherren zu kommen, doch Ganvoulas Versuch landet abgefälscht im Toraus. In dieser Phase des Spiels entdeckt Bochum erstmals die Möglichkeit, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und dadurch an Spielkontrolle zu gewinnen.

Ein Elfmeterpfiff für die Geschichtsbücher!

In der 36. Minute zieht der kongolesische Stürmer erneut ab, jedoch auch gut fünf Meter am Kieler Tor vorbei. Der Ball landet allerdings nicht im Toraus, was den Videoassistenten Henrik Bramlage dazu veranlasst, den Schiedsrichter auf dem Feld, Timo Gerach, darüber zu informieren. „Eingriff Dritter“ – selten ein Grund für eine Überprüfung durch den Videoassistenten.

Der Kieler Ersatzspieler Michael Eberwein hatte den das Tor verfehlenden Schuss von Bochums Stürmer Ganvoula auf der Torauslinie gestoppt, statt darauf zu warten, dass der Ball die Linie überquert. Dem Regelwerk entsprechend ahndet Schiri Gerach dieses Eingreifen ins Spielgeschehen mit einem Elfmeter und verwarnt Eberwein zusätzlich mit einer gelben Karte.

Inmitten eines Pfeifkonzerts von gut 10.000 Holstein-Fans verwandelt Silvère Ganvoula den fälligen Strafstoß in Minute 42, im unteren rechten Eck schlägt der Ball ein.

Wilde Schlussphase in der 1. Halbzeit

Die Kieler zeigen sich jedoch wenig geschockt und drängen darauf, noch vor Halbzeitpfiff wieder in Führung zu gehen. Aufgrund des Chaos rund um den Treffer zum 1:1-Ausgleich verlängert sich die erste Spielhälfte um vier Minuten.

45+2. Erneut zeigt Timo Gerach auf den Elfmeterpunkt. Diesmal aber auf der Gegenseite und mit deutlich weniger Diskussionsbedarf von Seiten der Spieler. Köln-Leihgabe Salih Özcan nimmt den Ball im Bochumer Strafraum mit der Brust mit und wird dabei von VfL-Außenverteidiger Danilo getroffen. Dessen Versuch, den Ball zu klären, endet damit, dass er nicht das Spielgerät, sondern Özcans Oberkörper trifft. Gerach entscheidet richtig und gibt sofort Elfmeter.

Kiels Elferschütze heißt Janni Serra. Der kann den Strafstoß im Gegensatz zu Ganvoula 5 Minuten zuvor aber nicht verwandeln, seinen mit wenig Kraft halblinks platzierten Schuss kann Riemann parieren, weshalb es mit einem aus Sicht der Gäste schmeichelhaftem 1:1 in die Halbzeit geht.

Weniger wild – Die zweite Halbzeit

Die ersten Minuten des zweiten Durchgangs sind denen des ersten zum Verwechseln ähnlich. Mehrfach kommt Kiel zu Beginn der zweiten Hälfte gefährlich vor den Bochumer Kasten. Häufig nach Flanke von Außenverteidiger van den Bergh, der zweifelsohne einer der besten des Abends ist.

Vier Minuten nach Wiederanpfiff sieht der Torschütze zum 1:1, Silvère Ganvoula, seine fünfte gelbe Karte in der laufenden Spielzeit. In einem Zweikampf gegen Kiels Schmidt setzt er seinen Arm zu intensiv ein und fehlt seiner Mannschaft somit im nächsten Liga-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg.

Die spielstärkeren Gastgeber belohnen sich auch in Hälfte Zwei früh für ihre engagierte Leistung und erzielen das 2:1. Nach einem langen Ball köpft Özcan den Ball optimal in den Lauf von Janni Serra, der sich diese hundertprozentige Chance nicht nehmen lässt und den Ball aus sechs Metern humorlos im kurzen Eck unterbringt.

Der VfL aus Bochum tut sich schwer, diesen Gegentreffer zu verdauen, kommt aber in der 67. Minute zu einer guten Möglichkeit auf den erneuten Ausgleich. Natürlich durch Silvère Ganvoula. Dieser versucht, Gelios mit einem Flachschuss aus 13 Metern zu überwinden. Der griechische Keeper pariert sehenswert und erhält so die Führung seiner Mannschaft aufrecht.

Kurz darauf hat der eingewechselte Emmanuel Iyoha auf der Gegenseite die Möglichkeit, die Kieler Führung auszubauen. Nach starker Vorarbeit von Serra verfehlt der 22-Jährige das Tor aber knapp.

Letzte Bemühungen der Bochumer in der Schlussphase

Die Gäste vom VfL verlegen den Fokus von der Defensive nun mehr auf die Offensive, wodurch die Kieler mehrfach die Chance auf die Entscheidung durch einen Konter haben. Beides führt jedoch nicht zum Erfolg, da die Defensive der Heim-Elf ihren Job sehr gut macht und den Bochumern keine Großchancen mehr ermöglicht. Auf der anderen Seite widerum schafft Kiel es nicht, das Spiel frühzeitig zu entscheiden.

Fazit

Der Einstand des neuen Kieler Trainers Ole Werner ist mehr als geglückt. Die Gastgeber aus dem hohen Norden zeigten sowohl in puncto Chancenkreierung, als auch im Defensivverbund, eine starke Leistung und konnten somit völlig verdient den zweiten Sieg in Folge einfahren. Das Einzige, was die Störche sich ankreiden müssen, ist die Chancenverwertung. Bei einer solchen Leistung müssen die Schleswig-Holsteiner mit mindestens zwei Toren Vorsprung gewinnen.

Für die Gäste war es ein gebrauchter Abend. Ausgenommen kurzer ordentlicher Phasen fand Bochum sich fast ausschließlich in der Chancenverhinderung wieder. Gegen Ende der Partie übernahm man gezwungenermaßen mehr und mehr die Kontrolle, kam aber dennoch gegen clever verteidigende Kieler nicht mehr zwingend vor Riemanns Tor. Hinzu kommt, dass im nächsten Ligaspiel der beste Bochumer, Ganvoula, wegen einer Gelbsperre fehlt.

Holstein Kiel springt somit in der engen Tabelle der 2. Bundesliga auf Platz 6, während der VfL Bochum mit 9 Punkten aus 11 Spielen auf dem 16. Platz steht und weiter auf den zweiten Sieg der Saison wartet.

Am kommenden Dienstag muss der VfL definitiv anders auftreten, sollte man in Bochum Hoffnung auf einen Überraschungssieg im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München hegen.

 

 

Berichterstattung von Jannis Gante (Sportjournalismus & Sportmarketing, BA-SJ-14-H-VZ, Sportlehrredaktion)


Schlagworte: 2. Bundesliga, 2. Liga, Bochum, Fußball, Holstein Kiel, Kiel, Ole Werner, VfL Bochum

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Datum: 26. Oktober 2019
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