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Eintracht Braunschweig startet durchwachsen in neue Saison

Die Anfangseuphorie dürfte bei Zweitligaaufsteiger Eintracht Braunschweig erst einmal verflogen sein. Nach einem spektakulären Pokalerfolg gegen Hertha BSC Berlin (5:4) startete man mit einer Auftaktniederlage bei Heidenheim und einem Unentschieden gegen Kiel. Nun droht vor dem großen Derby gegen Hannover 96 schon früh in der Saison der Abstiegskampf. Jedoch haben die letzten Auftritte auch Mut gemacht.

Veröffentlicht am 30. September 2020 von

(Braunschweig.) Nach zwei Jahren in der dritten Liga stieg Eintracht Braunschweig am Ende der vergangenen Saison in die 2. Bundesliga auf. Doch statt die Aufstiegsmannschaft im Kern zu halten starteten die Niedersachsen einen großen Umbruch. Aufstiegstrainer Marco Antwerpen (48) musste seinen Trainerstuhl für Daniel Meyer (41) räumen. Dieser hatte in der Saison 2018/2019 mit Erzgebirge Aue bereits unter beweis gestellt, dass er in der Lage ist mit einem Klub im Abstiegskampf in der 2. Bundesliga die Klasse zu halten. Mit Meyer begann endgültig der große Umbruch an der Hamburger Straße. Alte Aufstiegshelden wie Nehring oder Pfitzner wurden aussortiert. Mit Jannis Nikalou (von Dynamo Dresden), Yassin Ben Balla (MSV Duisburg), Fabio Kaufmann (Würzburger Kickers) und Michael Schultz (Waldhof Mannheim) wurden erfahrene und gestandene Spieler für Offensive und Defensive unter Vertrag genommen. Den prominentesten Neuzugang stellte allerdings Felix Kroos (29) dar. Der Bruder von Weltmeister Toni Kroos (Real Madrid) spielte in der letzten Saison mit Union Berlin in der Bundesliga und hielt mit den Eisernen die Klasse. Außerdem wurde der Kader mit Talenten wie Iba May (VFL Wolfsburg) in der breite verstärkt. Gegenüber dem NDR bestätigte Trainer Meyer, dass das kurzfristige Ziel für die Eintracht zwar der vorzeitige Klassenerhalt sei, man den Verein aber langfristig in der 2. Bundesliga etablieren wolle. Dabei soll der Kader mit einer erfahrenen Achse und vielversprechenden Talenten helfen.

Historischer Pokalabend gegen den „Big City Club“

Der erste große Härtetest für das Konstrukt von Meyer ließ nicht lange auf sich warten. Am Freitag, den 11. September, empfing die Eintracht Hertha BSC in der ersten DFB-Pokalrunde. Es sollte ein Abend für die Geschichtsbücher werden. Insgesamt stellte Meyer sechs Neuzugänge auf. Spieler des Spiels wurde jedoch ein Aufstiegsheld der vergangenen Saison: Martin Kobylanski. Der Pole erzielt insgesamt drei Tore und ebnete somit den Weg zum Überraschungssieg der Eintracht gegen den Favoriten aus der Hauptstadt. Am Ende triumphierten die Niedersachsen in einem torreichen Spiel vor 500 Zuschauern mit 5:4 über den selbsternannten „Big City Club“. So spektakulär die Offensive von Braunschweig auftrat, so klar wurden allerdings auch die Lücken in der Defensive deutlich. Dennoch stand am Ende der insgesamt vierte Pokalerfolg für die Eintracht gegen die Hertha zu Buche. Die Niedersachsen zogen in die nächste Pokalrunde ein und starteten erfolgreich in die neue Saison.

Dämpfer zum Ligaauftakt

Eine Woche später startete dann der Ligaalltag für die Löwen. Am ersten Spieltag ging es zum Vorjahres Dritten nach Heidenheim. Trainer Meyer reagierte auf die Defensivprobleme aus der Hertha Partie und wechselte auf der Torhüterposition. Felix Dornebusch ersetzte Jasmin Fejzic zwischen den Pfosten. Auf dem Platz machte Braunschweigs Defensive zwar einen deutlich besseren Eindruck. Die Offensive vernachlässigten die Braunschweiger in diesem Zug allerdings fast komplett. Ganz anders die Gastgeber. In der 17. Spielminute verwandelte Patrick Schmidt einen Handelfmeter zur verdienten 1:0 Führung für die Gastgeber, die über die vollen 90 Minuten die Kontrolle über die Partie hatten. Von offensiv schwachen Braunschweigern kam nichts Gefährliches auf das Tor der Gastgeber und so blieb es zur Pause beim verdienten 1:0. 2052 Zuschauer in Heidenheim sahen nach der Pause mutiger werdende Braunschweiger. Mitten in der Drangphase der Braunschweiger sorgte Kevin Sessa allerdings mit seinem Tor zum 2:0 für die Entscheidung in der 75. Minute. Von der Offensive der Eintracht kam in der Folge nichts zwingendes mehr. Es blieb beim 2:0 Auftaktsieg für Heidenheim. Ein Dämpfer für Braunschweig zum Start in die Saison. Gegenüber dem NDR fand Daniel Meyer klare Worte zu der Niederlage: „Wir sind heute maximal unzufrieden. (…) Wir haben kaum Torgefahr ausgestrahlt.“

Wichtiger Punkt gegen stärkere Kieler

Am vergangenen Samstag empfing die Eintracht an der heimischen Hamburger Straße Holstein Kiel zum Heimauftakt in der 2. Bundesliga. Vor 3.600 Zuschauern im Eintracht Stadion sollten die ersten Punkte gegen den Abstieg her. Erneut glänzten die Braunschweiger mit einer stabilen Defensive. Gegen stärkere Kieler stimmte vor allem der Einsatzwille bei der Mannschaft. Jedoch strahlte Braunschweig in der ersten Halbzeit wie schon in Heidenheim fast keine Torgefahr aus. Kiel hingegen hatte zwei gute Chancen für die Führung. In der 23. Minute scheiterte Fabian Reese an der Latte, in der 44. Minute Mühling an Keeper Dornebusch. So blieb es zur Pause beim glücklichen 0:0 aus Braunschweiger Sicht. Wie auch in Heidenheim wurde Braunschweigs Offensive auch in der zweiten Halbzeit stärker. Doch wie schon in der Vorwoche sollte es keinen Torerfolg geben. Am nächsten dran für die Niedersachsen war erneut Martin Kobylanski. Ein Freistoß des Offensivspielers landete in der 68. Minute an der Latte. Auch Kiel kam noch zu einigen guten Möglichkeiten, konnte diese aber ebenfalls nicht nutzen. Beiden Teams fehlte die offensive Durchschlagskraft und so blieb es beim torlosen Remis. Ein verdientes Resultat beim Blick auf den Spielverlauf und ein wichtiger Punkt für die Eintracht zum Start in die neue Saison.

Richtungsweisendes Derby vor der Tür

Trotz des wichtigen Punktgewinnes gegen Kiel steht Braunschweig nach den ersten zwei Spielen mit nur einem Punkt auf dem 15. Tabellenplatz. Gerade jetzt geht es am nächsten Samstag zum großen Regionalrivalen Hannover 96. Das Derby birgt zu diesem Zeitpunkt vor allem einen richtungsweisenden Charakter für den weiteren Saisonverlauf. Eine weitere Niederlage könnte Braunschweig schon früh in der Saison in den Abstiegskampf stürzen. Hoffnung auf einen Sieg gibt es dennoch für die Fans der Eintracht, dass haben die ersten Spiele gezeigt. Gerade die Defensive zeigte sich zum Ligaauftakt sehr stabil und scheint aus den Fehlern des Hertha Spiels gelernt zu haben. Wenn Trainer Meyer nun die Offensive um Spielmacher Kobylanski ins Rollen bringen, ist alles drin für die Eintracht. Auch Hannover 96 hat schon früh Druck nach der Niederlage im vergangenen Spiel beim VFL Osnabrück (1:2). Durch eine Niederlage gegen Braunschweig würde Hannover Gefahr laufen, den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren.

Ein Sieg ist somit für beide Teams die einzige Option. Gerade für die Eintracht könnte ein Derbysieg den Schwung bringen, den es braucht, um aus einem durchwachsenen Saisonstart doch wieder einen guten zu machen. Die zugelassenen 9.800 Fans können sich auf ein spannendes Derby freuen. Anpfiff ist am Samstag um 13:00 Uhr.

Der Saisonstart gestaltet sich eher durchwachsen für die Eintracht. Was trauen die Fans aus Braunschweig ihrem Verein dennoch in dieser Saison zu? 

Quellen:

https://www.ndr.de/sport/fussball/DFB-Pokal-Braunschweig-wirft-die-Hertha-raus,braunschweig7384.html

https://www.ndr.de/sport/fussball/Heidenheim-ist-nicht-Hertha-Braunschweig-verliert,eintracht2706.html

https://www.ndr.de/sport/fussball/Eintracht-Braunschweig-Sehnsucht-nach-Kontinuitaet,eintracht2704.html

https://www.google.com/amp/s/amp.bundesliga.com/de/2bundesliga/news/eintracht-braunschweig-holstein-kiel-2-spieltag-spielbericht-12985

https://www.google.com/amp/s/www.sportbuzzer.de/artikel/hannover-96-derby–braunschweig-stadion-zuschauer-fans-comeback-10000/amp/

Timm Ottenberg, Sportjournalismus & Sportmarketing

(BA-SJ-14-H-VZ, Sportlehrredaktion 1)

 


Schlagworte: 1.FC Heidenheim, 2. Bundesliga, Big City Club, Daniel Meyer, DFB-Pokal, Eintracht Braunschweig, Eintrachtsatdion, Felix Kroos, Hannover 96, Hertha BSC Berlin, Holstein Kiel, Marco Antwerpen, Martin Kobylanski, Niedersachsenderby, VFL Osnabrück

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Datum: 30. September 2020
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