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Hamburg mit einem Saison-Start nach Maß

Nachdem der Aufstieg zum vierten Mal hintereinander nun knapper denn je verfehlt wurde, rechnete man beim Hamburger SV vor dieser Saison mit dem großen Coup. Zum einen hat das mit den jährlich wiederkehrenden großen Erwartungen der erfolgshungrigen Hamburg-Fans zu tun. Zum anderen hat sich aber auch innerhalb des Vereins viel geändert. Statt Neuanfang wird nun auf Konstanz gesetzt. Dass der HSV zum ersten Mal in eine Zweitliga-Saison mit dem gleichen Trainer des Vorjahres geht, zeigt dies deutlich. Zum Auftakt dieser Saison ging es gegen Eintracht Braunschweig, welche letztes Jahr aus der dritten Liga aufgestiegen sind.

Veröffentlicht am 21. Juli 2022 von

(Braunschweig.) Es ist Sonntags 13:25 Uhr, mein Wohnzimmer steht bereit für den Auftakt meines HSV. Bier und Snacks dürfen da natürlich nicht fehlen. Los geht’s! Zum Start dieser Zweitliga-Saison empfing der Aufsteiger Eintracht Braunschweig zu Hause den Hamburger SV. Für mich eines der wichtigsten Spiele der Saison. Dieses geschichtsträchtige Duell der beiden Traditionsclubs, welche schon in der ersten Bundesliga-Saison 1963 gegeneinander antraten, fand letztmalig im Mai 2021 statt. Dieses Duell konnte der HSV damals noch mit 4:0 gewinnen. Dass die Braunschweiger es diesmal besser machen wollten, war von der ersten Minute an klar zu sehen. Schon in der dritten Minute hatten die Braunschweiger in Person von Fabio Kaufmann eine große Chance in Führung zu gehen. Mit einem Ruhepuls von 180 und groß aufgerissenen Augen verfolgte ich die Szene auf dem Bildschirm. „Jetzt ist es um meinen HSV geschehen.“ dachte ich. Zum Glück war es nicht so. Aber dieses Bild zeichnete sich weiter, über die Anfangsphase des Spiels hinaus. Erst musste HSV-Torwart Heuer Fernandes per Glanztat retten, danach war es Vuskovic auf der Linie per Kopf. Es dauerte bis zur 38. Minute, bis der HSV für etwas mehr Gefahr vor dem Eintracht-Tor sorgte, doch die Braunschweiger retteten vor dem Hamburger Stürmer Glatzel. „Zumindest eine gute Aktion!“ raunte ich. Die erste Halbzeit gehörte damit ganz klar den Gastgebern.

Zur Halbzeit wechselte keines der beiden Teams. Die Trainer vertrauten ihrer Startelf. Ich zumindest nicht HSV-Trainer Walters Entscheidung niemanden auszuwechseln. „So schlecht wie Hamburg in der 1. Halbzeit gespielt hat, muss doch eine Reaktion von der Bank kommen?“ wunderte ich mich. Und wie schon in der 1. Halbzeit, begann die 2. Halbzeit mit Vorteilen für Braunschweig, welche schon in der 46. Minute die erste dicke Möglichkeit der zweiten Halbzeit hatten. Heuer Fernandes fischte den aus ca. 17 Metern geschossenen Ball vom Eintacht-Spieler Pherai aber noch aus dem Winkel. Wie alle Hamburg-Fans im Stadion war ich nun auch in meinem Wohnzimmer auf den Beinen und konnte nicht mehr sitzen. Nun wachte auch Hamburg schwerfällig auf und versuchte ein paar Aktionen nach vorne. Die richtig großen Möglichkeiten hatte aber weiter Eintracht Braunschweig. Heuer Fernandes machte sich in dieser Phase auch zum Spieler des Spiels auf, als er mehrere Braunschweig Chancen vereitelte und dem HSV die Null hinten hielt. Das war selbst für mich stehend „Harter Tobak“. Wie alle Hamburger hatte ich nur eines im Sinn: „Bitte kein Gegentor kriegen!“.

Und wie es im Fussball halt meistens so ist: Machst du deine Chancen vorne nicht rein, fängst du dir hinten einen. Und genau das passierte den Braunschweigern auch. In der 67. Minute hatte der HSV eine Ecke, welche kurz ausgeführt wurde und in einem Torschuss von HSV-Mittelfeldregisseur Reis endete. Eintracht-Keeper Hoffmann ist zwar noch dran, aber die Braunschweiger kriegen den Ball nach dem Abschluss nicht vernünftig geklärt und Glatzel kann per Außenrist einschieben. Ganz Hamburg stand Kopf und obwohl ich nur in meinem beschaulichem Wohnzimmer saß, fühlte ich mich wie im Stadion. Ein ganz bitteres Tor gegen Braunschweig, die eigentlich die klar bessere Mannschaft bis dahin war. Und keine zehn Minuten später folgte der Doppelschlag von Glatzel. Nach Flanke des eingewechselten HSV-Spielers Amaechi, steigt Glatzel hoch und besorgt per wuchtigem Kopfball das 2:0. Die Erlösung! Das Eintracht-Stadion verstummte.

Braunschweig gab sich indes nicht auf und versuchte weiter Druck zu machen. Neben einem Elfmeter für die Eintracht, welcher aber nach Videobeweis zurückgenommen wurde, gab es auch noch einen Lattenkracher von Pherai zu bestaunen. Wirklich gefährlich oder zwingend fühlte es sich aber nicht an. Am Ende reichte es nicht und der HSV gewinnt erwahrtungsgemäß den Auftakt zur neuen Saison. Wenn auch ohne Glanz und Glamour.

Eine Reportage von Justus Thelemann (BA-SJ-18-H-VZ)

Modul: Journalistische Darstellungsformen


Schlagworte: 2. Bundesliga, Auftakt, Chancen, Effektivität, Eintracht Braunschweig, Eintracht-Stadion, Fußball, Hamburg, Hamburger SV, Robert Glatzel

Artikelinformationen


Datum: 21. Juli 2022
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