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Klos sei dank: Bielefeld wieder Spitzenreiter

In einem besonders in der zweiten Halbzeit unterhaltsamen Spiel bezwang Arminia Bielefeld Darmstadt 98 mit 3:1. Damit stellte man mit dem siebten Auswärtssieg in Folge einen neuen Vereinsrekord auf. Die Darmstädter hingegen verloren erstmals seit März ein Heimspiel und hängen in der unteren Tabellenhälfte fest.

Veröffentlicht am 01. Dezember 2019 von

(Darmstadt.) Die Gastgeber nahmen in Person von Trainer Dimitrios Grammozis keine Veränderungen im Vergleich zum Auswärtserfolg in Hannover vor. Im 4-2-3-1 System schickte der Trainer sein Team aufs Feld. Bielefeld war gezwungen Mittelfeld-Motor Reinhold Yabo zu ersetzen, der mit einer Außenbandzerrung im Sprunggelenk ausfiel. Für ihn rückte Edmundsson ins Team und sollte ihn in Uwe Neuhaus 4-3-3 System möglichst eins zu eins ersetzen.

Viel Kampf, Härte und Taktik

Das Spiel begann, wie man es vor der Partie erwarten konnte. Die Bielefelder hatten die Spielanteile, hielten den Ball und begaben sich gegen gut sortierte Darmstädter zunächst in eine abwartende Haltung. Darmstadt agierte so, wie Uwe Neuhaus es auf der Pressekonferenz prophezeit hatte. Sie gaben sich sehr unangenehm und kompakt und hielten die Gäste zunächst vom eigenen Tor fern. Dass auch die Bielefelder den Kampf annehmen, stellte Rechtsverteidiger Cedric Brunner unter Beweis, der in der 7. Minute Darmstadts Kapitän Fabian Holland böse mit gestrecktem Bein erwischte. Es gab eine redlich verdiente Gelbe Karte. Chancen waren in der ersten Viertelstunde Mangelware, die gefährlichste Aktion hatte der Schwede Palsson, der einen durchgerutschten Freistoß im Sechzehner auf das Tor von Ortega brachte. Sein Abschluss war zwar sehr zentral, Ortega konnte den Ball allerdings nur im Nachfasses festhalten, was die Situation nochmal wesentlich gefährlicher machte, als sie eigentlich war.

Bielefeld offensiv blass – Darmstadts gefährliche Konter

Bielefeld hatte in der Folge nach wie vor Probleme, in der Offensive Akzente zu setzen. Die Darmstädter taten sich diesbezüglich ebenfalls schwer, hatten aber besonders in Umschaltsituationen immer wieder vielversprechende Angriffe. So auch in der 20. Minute, als wieder Palsson nach einem Ballverlust von Pieper eine Dursun-Ablage aus 18 Metern am Tor vorbei schlenzte. Kurz darauf tauchte Kempe mal alleine vor Ortega auf, er wurde beim Abschluss allerdings noch entscheidend gestört. Auch beim Flachschuss aus 22 Metern von Dursun war der Bielefelder Schlussmann zur Stelle. Bezeichnend für das Offensivspiel der Bielefelder war deren erste gefährliche Aktion: In der 38. Minute flankte Voglsammer mit Zug zum Tor, Edmundsson verpasste knapp, was den Ball  extrem gefährlich für Lilien-Keeper Schuhen machte. Er konnte ihn jedoch zur Ecke abwehren. Unter dem Strich war es aber nur ein Zufallsprodukt. Darmstadt wurde vor der Pause nur noch durch einen Abschluss von Seung-Ho Paik gefährlich, er verzog allerdings aus 16 Metern. Damit ging es mit einem 0:0 in die Halbzeit, mit welchem die Darmstädter wesentlich zufriedener sein konnten als die Arminia.

Klos stellt das Spiel auf den Kopf – plötzlich nur noch Bielefeld

Direkt nach der Pause merkte man den Bielefeldern an, dass Trainer Uwe Neuhaus sie sehr gut auf die zweite Hälfte eingestellt hatte. Denn sein Team präsentierte sich hellwach und nutzte den ersten Fehler der Heimmannschaft eiskalt aus. Ein langer Ball wurde von Dumic unterschätzt, weshalb plötzlich Klos frei auf das Tor zusteuern konnte. Schuhen hatte nicht mit dem Aussetzer seines Vordermannes gerechnet und stand zu weit vor seinem Tor. Klos hatte dies erkannt und hämmerte den Ball aus gut 18 Metern am Darmstädter Schlussmann vorbei in die Maschen. Grade einmal 83 Sekunden später zappelte der Ball erneut im Darmstädter Netz: die Lilien gaben den Ball im Aufbau her, Klos legte zunächst raus auf Voglsammer. Der verzögerte kurz und flankte von der Grundlinie auf Klos, der den Ball per Volley-Aufsetzer ins Tor beförderte. Der Spielverlauf war durch das schnelle 0:2 auf den Kopf gestellt, Darmstadt war sichtlich geschockt. Auf einmal schnürte Bielefeld die Gastgeber hinten ein, ließ ihnen kaum Luft zum Atmen. Beinahe machte Clauss den Sack zu: In der 53. Minute wurde der Franzose klasse freigespielt, der herauseilende Schuhen zwang ihn jedoch zum Querpass. Dieser fand allerdings nur einen Darmstädter. Kurz darauf war wieder Klos frei, scheiterte aus spitzem Winkel an Schuhen. Einen weiteren Kopfball von Klos nach einer Ecke konnte Schuhen ohne Probleme parieren.

Darmstadt drückt – Kempe trifft

Nach einer Stunde wechselte Grammozis Heller und Berko, für Skarke und Paik ein. Darmstadt reagierte in der Folge, Dursun scheiterte mit einem tollen Versuch vom linken Fünfereck an Ortega, bei dem er mit dem Rücken zum Tor stand. Neuhaus wollte mit dem defensiveren Tom Schütz für Edmundsson etwas mehr Ruhe ins Spiel bringen. Es begann jedoch eine Drangphase der Lilien, die 20 Minuten vor Schluss das erste Mal Früchte trug: Nilsson und Hartherz konnten sich bei einer Flanke nicht einigen und der Ball rutschte zu Kempe durch. Darmstadts Nummer 11 schob abgeklärt am herauseilenden Ortega vorbei ein, der Anschluss war mit dem 1:2 hergestellt. In der 75. Minute hatte Darmstadt Pech, das Mehlem bei einem schnell gespielten Angriff nach guter Ablage von Dursun um Haaresbreite das Ziel verfehlte. Da dann einige Zeit nichts passierte brachte Grammozis Pfeiffer für Herrmann, um die Gefahr bei hohen Bällen etwas zu erhöhen. Die Lilien schafften es allerdings in der Folge nicht mehr gefährlich vor das Bielefelder Tor. Mehr als eine Direktabnahme des Kapitäns Holland sprang nicht mehr heraus. Stattdessen entschied Voglsammer in der 92. Minute die Partie. Nachdem er wunderbar vom eingewechselten Soukou freigespielt wurde, schob er das Leder per Direktabnahme ins lange Eck. Sekunden vor dem Schlusspfiff tauchte nach einem Standart noch einmal Dursun vor dem Tor auf, doch Ortega machte sich groß und ließ den Darmstädter Stürmer aus einem Meter scheitern.

Unter dem Strich steht also ein Bielefelder Arbeitssieg, die dank der Patzer der Konkurrenz aus Hamburg und Stuttgart nun mit einem guten Polster auf dem ersten Platz stehen. Darmstadt hingegen verlor erstmals seit März wieder ein Heimspiel und tritt mit weiterhin 18 Punkten auf der Stelle. Für die Arminia geht es am kommenden Freitag mit dem Spiel gegen den Karlsruher SC weiter. Die Darmstädter reisen am nächsten Sonntag zum Auswärtsspiel nach Wiesbaden.

Tom Stahmann, Sportjournalismus & Sportmarketing (BA-SJ-14-H-VZ, Sportlehrredaktion)


Schlagworte: 15. Spieltag, 2. Bundesliga, 2. Liga, Arminia Bielefeld, Dimitrios Grammozis, Fabian Klos, Spielbericht, SV Darmstadt, SV Darmstadt 98, Tobias Kempe, Uwe Neuhaus

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Datum: 01. Dezember 2019
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