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Meisterrennen: Kaderbreite spricht für BVB, Erfahrung für FC Bayern

Die 57. Bundesliga-Saison hat begonnen. Die titelhungrige Borussia aus Dortmund bläst zum Großangriff und untermauert zu Beginn der neuen Saison die eigenen Ambitionen, dem Serien-Meister der vergangenen Jahre die Schale endlich streitig machen zu wollen. Champion Bayern München weist gegenüber dem BVB vor allem in puncto Kaderbreite qualitative Defizite auf – dennoch soll der Titel erneut verteidigt werden.

Veröffentlicht am 22. August 2019 von

Köln. Dass Borussia Dortmund durchaus die Qualität besitzt, um den FC Bayern vom Thron zu verdrängen haben sie über weite Phasen der vergangenen Spielzeit unter Beweis gestellt. Letzten Endes waren es in der Rückrunde dann allerdings insbesondere individuelle Fehler der Dortmunder, die den Bayern ihren fulminanten Schlussspurt überhaupt ermöglichten und so schließlich dafür sorgten, dass die entsprechenden Meisterfeierlichkeiten statt auf dem Dortmunder Borsigplatz eben doch wieder auf dem Münchener Marienplatz stattfanden.

Die Frühform spricht für den BVB

Zugegebenermaßen ergibt ein Zwischenfazit nach dem 1. Spieltag relativ wenig Sinn und dennoch: die Dortmunder haben mit dem 5:1-Auftaktsieg gegen den FC Augsburg durchaus untermauert, was sie diese Saison erreichen wollen. Betont offensiv sprach Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke während der Vorbereitung die Meisterschaft als klares Ziel des BVBs aus, der Antrieb hinter einer solchen Ansage kommt aber auch oder vor allem von der Mannschaft selbst. Dass der FC Bayern als Favorit in eine neue Spielzeit geht ist mittlerweile schon fast Gesetz, der Saisonstart hingegen war dann eher enttäuschend. Im Supercup unterlag man dem Rivalen mit 0:2 und auch im Bundesliga-Eröffnungsspiel kam man letzten Endes nicht über ein 2:2-Unentschieden gegen die Berliner Hertha hinaus. Beim direkten Vergleich der beiden Kontrahenten Bayern und Dortmund fällt besonders eines auf: die Kadergröße der beiden Teams variiert deutlich.

Große Kaderbreite  beim BVB

Die Schwarz-Gelben starten mit einer hohen qualitativen Breite im Kader in die neue Saison. Nach den Abgängen der beiden Leistungsträger Christian Pulisic  (FC Chelsea, 64 Millionen Euro Ablöse ) und Abdou Diallo (Paris Saint-Germain, 32 Mio. Euro) sowie der Ergänzungsspieler Ömer Toprak (Werder Bremen, Leihe) und Maximilian Philipp (Dynamo Moskau, 20 Mio. Euro) wurden die entstanden Lücken bestmöglich kompensiert. Mit Nico Schulz (TSG Hoffenheim, 25 Mio. Euro) und Mats Hummels (FC Bayern, 30,5 Mio. Euro) wurden zwei der leistungsstärksten Abwehrspieler der vergangenen Saison verpflichtet, Rückkehrer und Ex-Kapitän Hummels soll mit seiner Erfahrung zudem vor allem für Rückhalt und Stabilität innerhalb der jungen Mannschaft sorgen. Mit den Verpflichtung von Julian Brandt (Bayer Leverkusen, 25 Mio. Euro) und Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach, 25,5  Mio. Euro) konnte der BVB seine offensiven Reihe noch einmal veredeln. Bei einem Kader mit 23 Feldspielern und vier Torhütern gilt es für Trainer Lucien Favre nun, alle Spieler bei Laune zu halten. Die Rückkehrer (nach Ausleihe) Sebastian Rode, André Schürrle und Shinji Kagawa durften den Verein zuletzt noch verlassen.

Reicht Bayerns individuelle Qualität?

Im Gegensatz zur Konkurrenz aus dem Ruhrpott starten die Bayern mit einem relativ dezimierten Kader in die neue Spielzeit. Insbesondere im offensiven Bereich war der Rekordmeister nach den Abgängen der beiden langjährigen Außenbahnspielern Arjen Robben (Karriereende) und Frank Ribery (AC Florenz, ablösefrei) sowie des Kolumbianers James (Real Madrid, Ende der Ausleihe)zum Handeln verpflichtet. Die von Präsident Uli Hoeneß im vergangenen Frühjahr im Sport1-Talk „Doppelpass“ groß angekündigte Transferoffensive, „wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für die neue Saison“, blieb lange Zeit aus. Mit der Verpflichtung von Weltmeister Benjamin Pavard (VfB Stuttgart, 35 Mio. Euro) und Atleticos Lucas Hernandez, der mit einer Ablösesumme von 80 Millionen Euro zum teuersten Bundesliga-Spieler der Geschichte avanciert, gelang es lediglich die Defensive punktuell zu verstärken. Nach dem Hummels-Abgang wird sich jedoch zeigen müssen, inwiefern die beiden Neuzugänge bereits in der Lage sind, die Abwehrreihe zu stabilisieren.

Die dünne Kaderbreite macht(e) sich aber inbesondere im Offensivbereich bemerkbar. Vor allem auf den Außenbahnen gehen die Münchener mit den verletzungsanfälligen Kingsley Coman und Serge Gnabry ins Risiko. Beide Spieler können beim amtierenden Meister den Unterschied ausmachen, im Falle eines Ausfalls hat die Mannschaft allerdings erhebliche Defizite aufzuweisen. Nachdem eine mögliche Verpflichtung von  Manchester Citys umworbenen Nationalspieler Leroy Sané nach dessen Kreuzbandanriss vorerst kein Thema mehr ist, präsentierte man vergangene Woche für viele außenstehende etwas überraschend Ivan Perisic (Inter Mailand, 5 Mio. Euro Leihgebühr, Leihdauer ein Jahr). Der Außenstürmer bringt zwar Erfahrung in die Mannschaft, ist mit seinen bereits 30 Jahren allerdings kein Zukunftsspieler. Dem Gegenüber steht mit Fiete Arp (Hamburger SV, 3 Mio. Euro) die Verpflichtung eines durchaus talentierten Nachwuchsstürmers, der aber wohl noch nicht in der Lage ist, Lewandowski auch in den wichtigen Spielen ersetzen zu können. Durch die Anfang der Woche vollzogenen Verpflichtungen von Philippe Coutinho (FC Barcelona) 8,5 Mio. Euro Leihgebühr) und des Gladbacher Shooting-Stars Michael Cuisance (10 Mio. Euro) hat sich die Lage rundum den Verein beruhigt . Der Wechsel des von Barcelona kommenden Mittelfeldakteurers Coutinho erweist sich durchaus als der so sehr ersehnte Königstransfer, wenn auch zunächst nur auf Zeit (Leihdauer ein Jahr, Kaufoption in Höhe von 120 Mio. Euro).

Mit einem Kader von 20 Feldspieler stehen Trainer Niko Kovac nach dem jüngsten Transferangriff zahlentechnisch wieder genug Spieler zur Verfügung. Mit Renato Sanches und Jerome Boateng stehen allerdings noch zwei Spieler im Kader, die den Verein durchaus noch verlassen könnten. Insbesondere der Portugiese ist mit seiner Situation weiterhin unzufrieden.

Bayern punktet mit Erfahrung

Im Meisterrennen wird letzten Endes auch entscheidend sein, inwiefern es die junge Dortmunder Mannschaft, anders als zuletzt, in dieser Spielzeit schafft, in der entscheidenden Saisonphase einen kühlen Kopf zu bewahren. Qualitativ ist der BVB besonders im Offensivbereich in der Breite besser aufgestellt als die Münchener, Erfahrungstechnisch liegt der FC Bayern allerdings weiterhin vorne.

 

Zum Start der neuen Bundesliga-Saison wollten wir wissen, welchen der beiden Vereine die Fans zum Saisonstart besser aufgestellt sehen und wer ihr Meisterfavorit  ist. In der Kölner Innenstadt haben wir uns dazu einmal umgehört:

Ein Bericht von Alexander Dierke (BA-SJ-09-K-VZ) im Modul Software Grundlagen.


Schlagworte: 1. Bundesliga, Borussia Dortmund, BVB, Deutscher Meister, FC Bayern München, FCB, Kaderbreite, Saison 2019/20, Titelrennen, Transfermarkt

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Datum: 22. August 2019
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