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Fußball

Nach Rot für Jatta: Last-Minute-Tor rettet dem HSV einen Punkt!

Im Zweitliga-Nordderby trennten sich Holstein Kiel und der Hamburger SV mit einem Unentschieden voneinander. Trotz einer frühen Roten Karte für Bakery Jatta konnten die Hamburger spät in der Partie zum 1:1-Endstand ausgleichen und den ersten Tabellenplatz so vorerst verteidigen.

Veröffentlicht am 10. November 2019 von

(Kiel.) Am 13. Spieltag der 2. Bundesliga kam es zum dritten Pflichtspiel-Aufeinandertreffen zwischen Holstein Kiel und dem Hamburger SV. Wie zu erwarten war das Kieler Holstein-Stadion restlos ausverkauft, die Vorfreude auf die Partie riesig.

Der HSV mit breiter Brust – Die Anfangsphase

Bei den Gästen spürt man nicht den Hauch von Verunsicherung aus dem letzten Spiel. In das Derby starten sie selbstbewusst und kommen innerhalb der ersten vier Minuten zu zwei riesigen Möglichkeiten.

In der 2. Minute flankt Bakery Jatta den Ball von rechts in den Strafraum. Zentral läuft Sonny Kittel perfekt ein, kann jedoch den brilliant reagierenden Ioannis Gelios im Kieler Tor nicht überwinden. Dessen Parade rettet die Gastgeber vor einem Fehlstart in die Partie.

Nur 120 Sekunden später kombiniert sich der HSV durch die komplette Kieler Hintermannschaft, Lukas Hinterseer muss aus fünf Metern nur noch ins freie Tor einschieben. Der Hamburger Jubel hält allerdings trotzdessen, dass der Österreicher den Ball über die Linie drückt, nicht für lange Zeit. Vorlagengeber Kittel stand beim Zuspiel von Adrian Fein im Abseits, der Treffer wird nicht anerkannt.

Kiel kommt in der ersten Viertelstunde nicht gefährlich vor das Hamburger Tor, ein Versuch aus der Distanz von Salih Özcan verfehlt den Kasten deutlich.

Aus dem Nichts: Hundert-Prozentige für Kiel

Nach 15 gespielten Minuten fällt Holstein-Angreifer Emmanuel Iyoha ein gescheiterter Klärungsversuch von Tim Leibold vor die Füße. Der kann die Situation nach einer Flanke Jae-Sung Lees nicht ordnungsgemäß bereinigen und spielt den Ball flach zu Iyoha.

Dem 22-Jährigen fehlt allerdings die Ruhe. Heuer Fernandes kann den Schuss aus kurzer Distanz abwehren. Beide Torhüter stellen bis hierhin unter Beweis, warum sie bei ihren Trainern die erste Wahl sind.

Rot für Jatta – Hamburg nur noch zu zehnt

Auf die erste Rudelbildung im Nordderby müssen die gut 15.000 Zuschauer nur 26 Minuten warten. Nach einem Foul von Bakery Jatta an Salih Özcan an der Mittellinie springt die Kieler Bank kollektiv auf und fordert von Schiedsrichter Christian Dingert eine Rote Karte für den Hamburger. Dingerts Wahrnehmung entspricht der der Kieler: Jatta sieht Rot. Es bildet sich ein Gewühl aus den Feldspielern der zwei Teams und der Bankbesetzung der Heimmannschaft. Auch die Emotionen des Hamburger Trainers Dieter Hecking kochen über, er beschwert sich beim Schiedsrichtergespann lautstark über den Platzverweis.

Nach der Partie sagt Hecking: „Bakery Jatta will zum Ball, der Gegenspieler nur blocken. Das sieht dann aufgrund der Dynamik alles sehr spektakulär aus, aber hätte der Schiedsrichter in dieser Szene einmal durchgeatmet, hätte er es auch bei einer Gelben Karte belassen können.“

Damit hat der HSV-Übungsleiter nicht ganz unrecht. Die TV-Bilder bestätigen, dass das Einsteigen von Jatta zwar hart war und somit mit Gelb geahndet werden muss, ein Platzverweis aber nicht nötig gewesen wäre.

Da in dieser Szene weder eine klare Torchance für Kiel in Aussicht ist, noch die Gesundheit des Gefoulten stark gefährdet wird, handelt es sich bei der Roten Karte für Jatta eher um eine Fehlentscheidung als um die richtige Sanktion.

Führungstreffer für die Gastgeber

In den auf den großen Tumult folgenden zehn Minuten sucht die dezimierte Mannschaft von Dieter Hecking weiter Wege in den Kieler Strafraum; erfolglos.

37. Minute. Salih Özcan befördert den Ball aus kürzester Distanz über die Torlinie, nachdem sein Teamkollege Lee den Ball über Heuer Fernandes lupft. Özcan steht allerdings bei Lees Abschluss knapp im Abseits, weshalb auch der zweite Treffer des Spiels nicht zählt.

Durch einen Totalausfall in der Hamburger Innenverteidigung erzielt Janni Serra das erste reguläre Tor der Partie. Nach einem katastrophalen Fehlpass von Rick van Drongelen in die Füße von Alexander Mühling legt dieser quer auf Serra. An der Strafraumkante rutscht dessen Gegenspieler Gideon Jung aus. Der Kieler hat somit freie Bahn. Aus 16 Metern platziert er den Ball optimal im unteren rechten Eck und lässt Daniel Heuer Fernandes somit keine Chance, den Einschlag zu verhindern. Mit dem Spielstand von 1:0 geht es in die Halbzeitpause.

Auf beiden Seiten keine Großchancen – Die Zweite Halbzeit

Kurz nach Wiederanpfiff verpasst Lukas Hinterseer die Chance auf den Ausgleich. Eine Hereingabe vom stark spielenden Tim Leibold erreicht der Österreicher nur knapp nicht. Im Verlauf der zweiten 45 Minuten verflacht die Partie, bis zur Schlussphase kommt es kaum zu nennenswerten Torchancen.

Der HSV belohnt sich spät, aber verdient

Ab der 65. Minute wird der HSV wieder aktiver, nachdem er sich zur Verhinderung des 2:0 etwas zurückgezogen hatte. Mit den Einwechslungen von Wood, Moritz und Letschert bringt Dieter Hecking drei frische Leute für die Schlussphase, die allesamt einen guten Job machen. Besonders viel Druck erzeugen die Hamburger in den letzten Minuten.

Eine Reihe von Standards führt letztendlich zum 1:1-Ausgleichstreffer. Einen Eckball von der rechten Seite bekommt Holstein Kiel nicht geklärt. Von den Hamburgern in seinem Strafraum wird Störche-Keeper Ioannis Gelios fair daran gehindert, den Ball zu erreichen. Der Ball fällt zu Timo Letschert, der dies ausnutzt und aus sieben Metern mit viel Wucht versenkt.

Der HSV kann trotz letzter Bemühungen kein weiteres Tor schießen, das Tor von Letschert bleibt Schlusspunkt des Derbys.

Fazit

Angesichts der Leistung der Hamburger gegen Ende ist der Ausgleich hochverdient. Kiel wird sich die Kritik gefallen lassen müssen, in der zweiten Hälfte viel zu wenig Einsatz gezeigt zu haben. Die Schleswig-Holsteiner haben es versäumt, mit einem gut gefahrenen Konter für die Vorentscheidung zu sorgen.

Kiel bleibt somit vorerst auf Platz 12 und steht nun bei 15 Zählern. In den kommenden Partien gegen Wiesbaden, Dresden und Osnabrück sind die Störche weiter in der Pflicht, punkten zu müssen, um den Anschluss an das obere Tabellendrittel nicht zu verlieren. Unter Ole Werner lief es angesichts der Gegner, auf die man unter ihm bisher traf, sehr gut. Gegen den HSV hat den Kielern aber der Wille gefehlt, das Spiel frühzeitig zu entscheiden, wofür sie in Minute 90+1 die Quittung erhalten haben.

Der Niederländer Timo Letschert hätte sich keinen besseren Moment für sein erstes Tor im HSV-Trikot aussuchen können. Durch die Niederlage des Konkurrenten VfB Stuttgart in Osnabrück haben die Hamburger nun drei Punkte Vorsprung vor dem großen Mit-Favoriten auf den Aufstieg in Liga 1.

Die Hanseaten sind weiter auf Kurs.

 

 

 

Berichterstattung von Jannis Gante (Sportjournalismus & Sportmarketing, BA-SJ-14-H-VZ, Sportlehrredaktion)


Schlagworte: 2. Bundesliga, 2. Liga, Bakery Jatta, Christian Dingert, Dieter Hecking, Dingert, Hamburg, Hamburger SV, Hecking, Holstein Kiel, HSV, Jatta, Kiel, KSV, Nordderby, Ole Werner, Rote Karte, Werner

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Datum: 10. November 2019
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