Logo

Das Nachrichtenportal für Sport

Fußball

Nach vier Monaten Slomka – 96 wieder ohne Trainer!

Nach nur zwölf Spieltagen in der 2. Bundesliga steht Hannover 96 mal wieder ohne Trainer da. Wegen der bisher schwachen 96-Saison wurde Mirko Slomka am 3. November von seinem Cheftrainer-Posten freigestellt. Vier Monate nach Amtsantritt ist somit Schluss mit dem neuen Trainer und der Neustart in Liga Zwei missglückt.

Veröffentlicht am 04. November 2019 von

(Hannover.) Nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga trennte sich Hannover 96 im Sommer von seinem Cheftrainer Thomas Doll, man hatte sich einen Neuanfang von dieser Amtsenthebung versprochen. Mirko Slomka übernahm zur neuen Saison den Platz auf der Trainerbank.

Dieses Kapitel ist aber seit dem 3. November schon wieder Geschichte. Nach André Breitenreiters und Thomas Dolls ist die Freistellung Slomkas die dritte eines 96-Cheftrainers im Jahr 2019.

Schlechte Saison-Voraussetzungen für den Absteiger

Als Absteiger in der unteren Spielklasse anzukommen, fiel noch keinem Verein leicht. Trotzdessen, dass eine sportlich schwache Saison hinter dem abgestiegenen Team liegt, wird es aufgrund der größeren Markenpräsenz und den damit einhergehenden finanziellen Möglichkeiten als Favorit auf den Aufstieg gehandelt.

Alle Clubs, auf die man im Unterhaus trifft, haben sich in ihrer Liga in der vergangenen Spielzeit besser geschlagen als der Absteiger. Bei den Hannoveranern lief es in der Saison 2018/19 alles andere als rund. Nachdem die 96er Ende Januar seit sieben Spieltagen auf einem direkten Abstiegsplatz standen, wurde der Cheftrainer André Breitenreiter entlassen. Sein Nachfolger: Thomas Doll. Der ehemalige Bundesliga-Profi konnte den Club allerdings nicht davor bewahren, am Ende der Saison in die 2. Bundesliga abzusteigen.

Transferpolitik des Sommers – Ungenügend

Im Sommer wagte man nun einen Neuanfang: neben einem Wechsel auf der Trainerposition verpflichtete Hannover neun frische Spieler und übernahm fünf Eigengewächse in den Profikader. 17 Spieler gab der Verein ab, unter Anderen Bebou, Füllkrug und Walace. Während man durch Abgänge 24 Mio. € einnahm, reinvestierte man nur 3,75 Mio. € in Zugänge. Schon diese Bilanz zeigt, dass bei 96 in Sachen Transferpolitik in der vergangenen Transferperiode Fehler gemacht wurden. Es wurde zu viel Qualität abgegeben und, trotzdessen, dass einige gestandene Bundesliga-Profis zu 96 wechselten, zu wenig durch Neuverpflichtungen reingeholt. Trotzdessen hatte der Traditionsclub zu Beginn der Saison einen durchschnittlichen Zweitliga-Kader und Ambitionen, zumindest um den Aufstieg in Liga Eins mitzuspielen.

Der „Neue“

Zur neuen Spielzeit entschied sich Hannover 96 auf der Position des Cheftrainers für einen alten Bekannten, der den Club bereits aus seiner ersten Amtszeit als Trainer bei Hannover kannte: Mirko Slomka war bereits von 2010 bis 2013 als Übungsleiter bei den Niedersachsen aktiv. Doch den sportlichen Erfolg kann er im Jahr 2019 nicht zurückbringen.

Die gescheiterte Kehrtwende unter Mirko Slomka

Wir schreiben den 04.11.:

Mittlerweile sind zwölf Spieltage in der 2. Fußball-Bundesliga absolviert und der neue Mann, von dem die Verantwortlichen des Vereins sich eine sportliche Wende erhofft hatten, Mirko Slomka, ist gestern entlassen worden. Nach drei aufeinanderfolgenden Punkteteilungen gegen Osnabrück, Karlsruhe und Sandhausen war Slomkas Galgenfrist endgültig abgelaufen. Seit Beginn der Saison steckte Hannover im unteren Drittel der Tabelle fest, spielte wenig attraktiven Fußball und gewann nur drei von zwölf Liga-Spielen. Am 8. Spieltag ging man im Duell mit dem ebenfalls seinen Erwartungen hinterherhinkenden 1. FC Nürnberg sang- und klanglos mit 0:4 unter. Die DFB-Pokal-Teilnahme der Hannoveraner endete schon in der 1. Runde in Karlsruhe, wo man mit 2:0 verlor.

Wer in den vergangenen Wochen ein Spiel von Hannover 96 angesehen hat, wird nicht viel Zeit benötigt haben, um zu sehen, dass diese Mannschaft so nicht in der Lage ist, aufzusteigen.

Nach zwölf Spielen auf Platz 13 zu stehen, ist wahrlich nicht der Anspruch eines Vereins wie Hannover 96. In der offiziellen Pressemitteilung bezüglich der Entlassung Slomkas ließ der Club verlauten: „Aufgrund der Entwicklung in den vergangenen Wochen und nach der für alle enttäuschenden Leistung am Freitagabend mit dem glücklichen Punktgewinn gegen den SV Sandhausen (1:1) ist ein Trainerwechsel notwendig.“

Auf der Suche nach dem geeigneten Nachfolger für den 52-Jährigen sollte man sich gründlichst umschauen. Wie die Amtszeit Mirko Slomkas gezeigt hat, ist es keine einfache Aufgabe, den Traditionsverein zurück in die Erfolgsspur zu bringen. „Unser Ziel ist es, mit dem neuen Trainer eine stabile Saison zu spielen und den Anschluss nach oben nicht komplett zu verlieren“, so Sportdirektor Jan Schlaudraff.

Warum die schwache Punktausbeute „helfen“ kann

Schon mehrfach hat Mannschaften, die den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga schafften, ohne eine klare Spielphilosophie zu haben, das Schicksal ereilt, zur Fahrstuhlmannschaft zu werden. Es ist festzuhalten, dass es ganz und gar nicht förderlich für das 96-Team gewesen wäre, wenn sie aus den bisherigen zwölf Partien mehr Punkte als verdient geholt hätten.

Die richtige Entscheidung?

Nach den Leistungen in den ersten zwölf Ligaspielen war klar, dass Mirko Slomka Hannover 96 auf lange Zeit nicht zum Erfolg führen wird. Die Trainerentlassung ist absolut nachvollziehbar und aus sportlicher Sicht hinreichend begründet. Es wirkte, als habe die Mannschaft kein ausgereiftes Spielkonzept, keine Idee, wie man Fußball spielen möchte. Der Zeitpunkt, Slomka zu entlassen, ist der richtige.

Den Verantwortlichen von Hannover 96 steht in den kommenden Tagen eine essenzielle Entscheidung darüber bevor, wem man das Amt des Cheftrainers zutraut. Um den Teufel an die Wand zu malen und von einer verkorksten Saison zu sprechen, ist es definitiv zu früh. Schließlich ist erst gut ein Drittel der Saison absolviert. Die 96-Fans können sich weiter Hoffnungen auf eine ordentliche Leistung ihrer Mannschaft in der restlichen Saison machen.

Trainerwechsel können das Auftreten eines Teams komplett auf den Kopf stellen, in Hannover wird man darauf hoffen müssen, dass genau dieser Effekt eintritt.

Es wird aber wohl zunächst eine gute nächste Sommertransferperiode mit einem geeigneten Trainer brauchen, bevor man in der Saison 2020/21 um den Wiederaufstieg mitspielen kann.

 

 

 

Berichterstattung von Jannis Gante (Sportjournalismus & Sportmarketing, BA-SJ-14-H-VZ, Sportlehrredaktion)


Schlagworte: 2. Bundesliga, André Breitenreiter, Entlassung, Hannover, Hannover 96, Jan Schlaudraff, Mirko Slomka, Slomka, Thomas Doll, Trainer, Trainerentlassung

Artikelinformationen


Datum: 04. November 2019
Veröffentlicht von:


Teilen & Versenden


Auf teilen
Auf teilen

Kurzlink: bit.ly/1DASnWi