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Fußball

Rassismus-Entgleisungen zweier Ex-BVB-Stars

Affenlaute während Fußballspielen, wenn ein dunkelhäutiger Spieler am Ball ist,
kennt man inzwischen. Auch der ein oder andere rassischste Spruch fällt schon mal während
hitziger Matches. Aber das jetzt ehemalige Fußballer wie Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender
Clemens Tönnies sich diskriminierend äußern, ist neu. Erzrivale Borussia Dortmund hat allerdings
inzwischen nachgezogen.

Veröffentlicht am 06. August 2019 von

(Dortmund.) Es geschah den beiden BVB- Legenden Norbert Dickel und Patrick Owomoyela während eines Testspiels des BVB gegen den Serie A Verein Udinese Calcio Ende Juli. Die ehemaligen
Spieler Dortmunds kommentierten und moderierten das Spiel live auf dem vereinseigenen Sender BVB TV. Während der Übertragung  entgleiste ihnen das ein um andere Mal die Sprache.
Norbert Dickel sprach des Öfteren von „Itakern“, wenn die Spieler Calcios am Ball waren. Außerdem verballhornten die beiden  Kommentatoren einige Namen der italienischen Spieler.
So wurde laut eines Berichtes der Zeitung „Der Westen“ schnell aus Kevin Lasagna „Lasagne“ und der Spieler Ignacio Pussetto wurde kurzerhand „Prosecco“ getauft.

Patrick Owomoyela schlägt mit Hitler-Zitat über die Stränge

Doch es kam noch schlimmer: Während der Live-Übertragung imitierte Owomoyela den Tonfall Adolf Hitlers und kommentiere laut Berichten des Portals „Revier Sport“ eine Spielszene mit den
Worten: „Große Schlachten, die hier geschlagen wurden“. Dies sorgte nicht nur bei den Zuschauern für Aufsehen, sondern auch die Fanforen von Borussia Dortmund explodierten nach
diesen Entgleisungen. Im Fanzine „Schwatzgelb“, einem der beliebtesten Foren für Dortmund Anhänger, äußerte sich Nutzer „Jacksons“ zum Beispiel so: „Wer Italiener wiederholt beleidigt […]
und auch noch eine Hitlerparodie zum Besten gibt, dem muss man schon mitteilen, dass das ziemlich grenzwertig ist.“

BVB reagierte zügig und griff durch

Inzwischen hat Borussia Dortmund den entsprechenden Beitrag auf BVB- TV gelöscht und die beiden Ex-Stars ins Gebet genommen. In einer Stellungnahme des Clubs gegenüber dem WDR
heißt es: „Wir haben ihr Fehlverhalten sanktioniert und beiden unmissverständlich verdeutlicht, dass ihr Versuch, witzig zu sein völlig schiefgelaufen ist, absolut deplatziert war und derartige
Äußerungen bei uns keinen Platz haben. Beide haben ihr Fehlverhalten bereits vor einer Woche öffentlich eingestanden und versprochen, dass sich derlei nicht wiederholen wird.“

Es bleibt zu hoffen, dass die beiden ihr Versprechen halten. Laut Informationen des „Kickers“ seien die beiden von sich aus reumütig auf die Geschäftsleitung zugegangen und beteuerten gegenüber dieser, dass sie zutiefst enttäuscht von sich selbst seien und ihnen das ganze ausgesprochen unangenehm sei. Sie seien während des Spiels einfach neben der Spur gewesen. Ob diese Aussage als Entschuldigung akzeptabel ist, bleibt allerdings fraglich.

Das Kuriose an der ganzen Sache

Wie die meisten Fußballinteressierten wissen, hat Patrick Owomoyela selbst ausländische Wurzeln und eine dunklere Hautfarbe als die meisten anderen Dortmunder. Außerdem sind er und Norbert Dickel nach eigenen Aussagen und denen des Vereins als Anti-Rassismus-Beauftragte des BVBs tätig. Von solchen Leuten erwartet man doch etwas mehr Taktgefühl und respektvolles
Verhalten und nicht solche Entgleisungen. Gerade bei einem Verein wie Borussia Dortmund, der sich seit Jahren gegen Rassismus einsetzt und zahlreiche Anti-Rassismus-Aktionen startet und unterstützt.

Die Chance zum ersten Derby-Sieg verpasst

Jetzt wo die Rassismusvorwürfe gegen den größten Gegner Dortmunds, Schalke 04, aufbranden und für hohe Wellen der Empörung sorgten, hatte der BVB die Chance, sich den ersten Sieg auf einer Ebene gegen die Königsblauen zu sichern. Sich von solchen Äußerungen, wie Tönnies sie getätigt hat zu distanzieren, wäre die deutlich bessere Methode gewesen, das erste Derby der
beiden in dieser Bundesligasaison für sich zu entscheiden. Aber mit den Entgleisungen Dickels und Owomoyelas hat der BVB sich nun ein dickes Eigentor geschossen, welches es jetzt
schnellstmöglich wieder gut zu machen gilt. Hoffentlich schaffen sie das und das am besten sogar noch vor dem ersten Spiel der Saison 2019/2020 am 17. August gegen den FC Augsburg.

Ein Bericht von: Larissa Roth (BA-MJ-50-K-VZ, Print- und Onlinejournalismus)

Quellen:

https://www1.wdr.de/sport/fussball/erste-bundesliga/bvb-owomoyela-dickel-100.html

https://www.derwesten.de/sport/fussball/bvb/borussia-dortmund-skandal-um-dickel-und-owomoyela-zum-fremdschaemen-id226691897.html

https://www.reviersport.de/artikel/aufregung-um-fragwuerdige-aeusserungen-von-dickel-und-owomoyela/
www.bvb.de

https://www.kicker.de/754880/artikel/in_wort_und_ton_vergriffen_sanktion_fuer_dickel_und_owomoyela
www.schwatzgelb.de


Schlagworte: 1. Bundesliga, Borussia Dortmund, BVB, Norbert Dickel, Patick Owomoyela, Rassimus, Sanktionen, Vorwürfe

Artikelinformationen


Datum: 06. August 2019
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